Forges de La Providence

Plan de Forges de La Providence, Marchienne

Forges de La Providence, 1964

Mit den 1836 gegründeten Forges de la Providence komplettiert sich nun meine Kartierung der Hüttenwerke im Tal der Sambre.
La Providence war 1964 mit einer Jahresproduktion von 846.000 t der zweitgrößte Stahlerzeuger im Bassin von Charleroi und der viertgrößte in Belgien.

Forges de La Providence

1964

Neben dem Hüttenwerk in Marchienne-au-Pont gehörten zum Konzern noch zwei Standorte in Frankreich; Die Hütte in Réhon bei Longwy und das Edelstahlwerk in Hautmont bei Maubeuge.

Agglomeration La Providence

Sinteranlage

Nördlich des Kanals Brüssel-Charleroi war 1958 eine Sinteranlage mit zunächst einem Sinterband errichtet worden, 1963 ging ein zweites Band in Betrieb.
Nach Stilllegung der alten Kokerei (92 Öfen) die westlich der Rue de la Docherie gestanden hatte war die neue Kokerei (Bj. 1934, 50 Koppers-Öfen) 1952 um zwei Batterien mit je 26 Coppée-Öfen erweitert worden.

Cokerie Marchienne

Kokerei

1964 existierten am Standort in Charleroi noch zwei Hochofenanlagen. Die ältere Anlage in Marchienne mit den Hochöfen 1 und 2 und das neuere Werk weiter östlich in Dampremy mit den Öfen 3-6. Nach der Inbetriebnahme des komplett neu erbauten Hochofens 5 im September 1964 konnte die Roheisenerzeugung auf den Standort Dampremy konzentriert werden und die alte Anlage in Marchienne wurde stillgelegt, der Hochofen 4 stand fortan in Reserve.

 

Haute fourneau 5 Marchienne

Hochofen 5

Das Thomasstahlwerk arbeitete mit fünf 35 t Konvertern und zwei Mischern (300 t, 1000 t).
1965 wurde die Konverterhalle nach Osten hin verlängert und dort ein sechster 35 t Konverter eingebaut der sowohl nach dem schwedischen Kaldo- als auch nach dem LD-Verfahren Stahl erzeugen konnte. Gleichzeitig ersetzte man die beiden alten Roheisenmischer durch zwei neue 1500 t Aggregate.
Darüber hinaus existierte ein Elektrostahlwerk mit einem 34 t Lichtbogenofen.
Unmittelbar neben dem Stahlwerk lagen die schweren Walzstrassen; Das Blockwalzwerk, die 900er Strasse und die neue 850er Strasse welche 1964 noch durch ein Universalwalzgerüst zur Herstellung von Stahlträgern erweitert wurde.
Die übrigen Walzwerke zur Erzeugung von Drähten, Stabstahl und Profilen befanden sich nördlich der Rue des Réunis.

Hochöfen Marchienne

Archives Ville de Charleroi – photothèque

1966 Übernahme durch Cockerill-Ougrée aus Lüttich.
1971 wurde in der Halle der demontierten Drahtstrasse (Walzwerk 4) ein neues 13-gerüstiges Mittelstahlwalzwerk (600er Strasse) in Betrieb genommen. Die von der Schloemann AG, Düsseldorf gebaute Strasse konnte als erste in Europa auch Träger kontinuierlich walzen.
Auf Ostseite der Kokerei wurde 1972 durch den Essener Kokereibauer Didier eine vierte Ofenbatterie installiert (20 Koksöfen).
1972 installierte man im Stahlwerk einen zweiten 60 t Kaldo-Konverter und 1974 erfolgte der Umbau der Thomas-Konverter auf das OBM-Verfahren.
Die Walzwerke 500 und 5 wurden Anfang der 1970er Jahre stillgelegt und die 1930 gebaute 325er Strasse zu einem 16-gerüstigen kontinuierlichen Stabstahlwalzwerk umgebaut.

la providence converter kaldo

Kaldo-Konverter

1976 Stilllegung Hochofen 3.
Nach der Fusion mit dem benachbarten Stahlerzeuger TMM zu Thy-Marcinelle & Providence in 1979 und dem vorübergehenden Abschied aus dem Cockerill-Verbund wurde die Stahlproduktion in das neue OBM-Stahlwerk in Marcinelle verlagert. 1979 kam es daher zur Stilllegung der OBM-Konverter in Marchienne und ein Jahr später schloss man das benachbarte Kaldo-Stahlwerk. 1980 dann die Übernahme durch Hainaut-Sambre und 1981 Fusion mit Cockerill zu Cockerill-Sambre (CS).
CS legte noch im gleichen Jahr die Sinteranlage und den Hochofen 6 still und stellte 1984 die Produktion auf den schweren Walzstrassen (Block, 900er, 850er) ein.
1985 waren auf dem alten Providence Gelände nur noch die Kokerei, der Hochofen 5 und die 600er Mittelstahlstrasse aktiv.
Im Zuge der vom CS Vorstandsvorsitzenden Jean Gandois vorangetriebenen Konzentration der Produktion auf Flachprodukte wurden die Drahtstrassen Valfil in Seraing und T 300 in Dampremy entweder stillgelegt oder verkauft.
Das 600er Walzwerk in Marchienne verarbeitete von 1989 bis 1994 Vormaterial von ARBED aus Luxemburg in Lohnwalzung. Im Dezember 1994 beendete Cockerill-Sambre die Produktion von Langprodukten, die 600er Strasse wurde anschließend nach Süd-Korea verkauft.
Im Februar 1996; Stilllegung Hochofen 5 dessen Kapazität im März des gleichen Jahres durch das neue Elektrostahlwerk in Marcinelle übernommen wurde.
Als letzten Betriebsteil auf dem ehem. Providence-Gelände legte man im Januar 2008 die Kokerei still.
1965 waren am Standort noch 4800 Mitarbeiter beschäftigt am Ende waren es noch 183.

Réhon’s Converter Zoo

Cockerill’s construction of a new melt shop in Réhon, France in 1978 was the last major investment into the dying steel basin of Longwy.
The two O.B.M. converters (Oxygen Bodenblasen Maxhütte) were installed in the relocated halls of the former Thomas steelworks in Ougree, Belgium, closed down in 1975.
Between June and October 1979 Cockerill now operated a real converter zoo in Réhon.
Consisting of:
Two new 80 t O.B.M converters.
Two old 26 t former Thomas converters which were converted to O.B.M. in 1973.
Three 23 t Thomas converters from 1953
and a 36 t O.L.P. (Oxygen Lance Poudre) converter from 1963.
There was also an electric steel plant.
Since the LD process, which was successfully used worldwide, could not be applied due to the high-phosphor domestic ores, numerous new steel production processes were introduced in Lorraine.
None of them was very sustainable.
The Thomas converters were shut down in October 1979, the old O.B.M. converters and the O.L.P. steelworks one year later.
On 30.7.1987, after only 8 years of operation, the new O.B.M. steel plant, now owned by USINOR, was shut down too. In 1980 a third converter had been added.

The Thomas Steel Works in Liege-Ougree

 Thomas Steel mill Cockerill-Ougree
With the construction of three new steelworks at the end of the 1950s, the Thomas steel making process (Basic-Bessemer) experienced its technical peak and a final blossoming.
Between May 1958 and August 1959, HADIR in Differdange, Phoenix Rheinrohr in Duisburg and Cockerill-Ougree in Liege commissioned a total of 13 converters with tapping weights between 50 and 70 tons.
All of them had been planned and built by DEMAG in Duisburg.
Plan Thomas Steel Plant Cockerill Ougree
The Thomas steel plant in Liege-Ougree, with its futuristic façade at that time,
will remain the last new construction of its kind in the western world.
Five 56 t Thomas converters and two 1500 t hot metal mixers were put into operation on 4 August 1959 and were supplemented by a 60 t LD-AC converter in 1962.
In December 1975 the Thomas steel works in Liege were shut down.
5 years later the use of the basic bessemer process in the western hemisphere was finally terminated.
Acierie Cockerill Ougree

 

 

Steel Production In The Liege Basin Ceased


Engineering Steel Belgium (ESB) in Seraing, Belgium announced that it will finally close down it’s steel making and casting facilities. Production is already down for two weeks.
The 70 ton electric arc furnace and the world’s largest round strand caster were built in 1972 by Cockerill to provide blooms for the Tubemeuse Pilger rolling mill across the river.
Tubemeuse was founded in 1911 under the name S.A. des Usines à Tubes de la Meuse. It was later taken over by Cockerill and went bancrupt in 1988. The mill carried on under the name New Tubemeuse until it filed bancruptcy again in 1993. The tube rolling facilities were closed down this time and the melt shop was sold to the Ellwood Steel company from Pennsylvania.
In 2009 the German GMH group bought the site.
Further viewing.
Five days ago ArcelorMittal already announced the closure of it’s coking plant in Seraing within the next two weeks. The attempt to sell the site (built in 1957) to the U.S.-based Oxbow company had failed.