15/38 Klöcknerwerke, Hütte Bremen

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochofen 4


Die Klöckner Hüttenwerke betrieben ab April 1959 einen Hochofen in ihrem neuen Hüttenwerk in Bremen. Da ursprünglich bis zu acht Öfen in Reihe geplant waren fing man in der Mitte gleich mit dem Hochofen 4 an.
1966 und 1973 kamen noch die deutlich größeren Hochöfen 2 und 3 hinzu. Der Hochofen 4 wurde 1971 auf 8 Meter Gestelldurchmesser erweitert und im März 1979 stillgelegt und abgerissen.
Der Hochofen 4 erzeugte circa 24.000 t Roheisen im Monat.
Hochöfen Klöckner, Bremen, 1959.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 6,5 m

Bethlehem Steel, Lackawanna


Image shows the Bethlehem Steel Mill in Lackawanna, NY south of Buffalo at the Lake Erie shoreline probably in the late 1960ies.
Foreground shows the 535 coke ovens along the dock, behind are the seven blast furnaces and (right hand side) the open hearth melt shop (35 furnaces).
The background is also attractive:
Right from the centre we can see National Steel’s Hanna Furnaces and far away in the middle Republic Steel’s Buffalo works.

Lackawanna was closed down in 1983.

Aciéries et Minières de la Sambre

 

Die Aciéries et Minières de la Sambre (A.M.S.) betrieben 1964 in Monceau-sur-Sambre bei Charleroi das kleinste integrierte Hüttenwerk Belgiens.
Die ehem. Werksanlagen der A.M.S. sind heute fast komplett verschwunden.
Daher habe ich div. Archive besucht um zumindest eine Karte der Werksanlagen Stand 1964 anzufertigen.

Das Unternehmen verfügte 1964 über drei Werke: Der größte Standort war die Abteilung Monceau, ein integriertes Werk, das auf beiden Seiten des kanalisierten Flusses Sambre lag. Darüber hinaus gab es noch die Abteilung Moncheret, südlich von Charleroi gelegen, mit zwei Warmwalzwerken und das Kaltwalzwerk in Nimy bei Mons. Die Zahl der Beschäftigten in den drei Werken betrug 3.400.
Gegründet wurde die Hütte 1834 von zwei französischen Industriellen, den Brüder Goffart. Vier Hochöfen wurden in Monceau-sur-Sambre errichtet, die 1836 und 1837 in Betrieb genommen wurden. In den folgenden Jahren wurde das Unternehmen mehrmals umgebaut. Die Aciéries et Minières de la Sambre, wurden 1936 gegründet.
A.M.S. verfügte 1964 in Monceau über:
Eine Kokerei mit drei Batterien, Kapazität 1.300 t Kohle/d,  und eine Anlage für Nebenprodukte zur Rückgewinnung von Gas, Teer, Naphthalin, Benzol und Ammoniaksulfat. Drei Hochöfen mit 4,0 m, 6,0 m und 6,5 m Gestelldurchmesser. Die Öfen 6&7 (früher 2&3) waren 1959 und 1958 neu zugestellt worden und produzierten 600.000 t Thomasroheisen pro Jahr. Der kleine Hochofen 5 (früher 1) wurde für die Herstellung von 75.000 t/a. Spezialeisen eingesetzt. Alle Öfen wurden über Senkrechtaufzug und Setzkübel (System Stähler) begichtet.
Ein Thomas-Stahlwerk mit vorgeschaltetem Roheisenmischer (1500 t, Bj 1963) und vier 17 t Konvertern das 1963 um einen 21 t Konverter erweitert worden war. Ein Elektrostahlwerk mit einem Lichtbogenofen von 16,5 Tonnen.
Die Gesamtkapazität der Stahlerzeugung lag bei  600.000 Tonnen (Blockguss) im Jahr.
Im September 1963 hatte A.M.S. eine vom Düsseldorfer Maschinenbauer Sack konstruierte, vielbeachtete, automatisierte Blockstrasse in Betrieb genommen.
Dahinter arbeitete eine Halbzeugstrasse (700er) von 1922 die 1946 modernisiert worden war und das Walzwerk 4 (früher Trains 300,400,500) ein halbkontinuierliches Walzwerk mit drei Fertigungsslinien, zwei für Bänder und eine für Rundstahl, das 1938 gebaut u. 1959 modernisiert worden war.
Mit dem 1947 von der Societé Intercommunale Belge d’Electricité in  Monceau erbauten 118 MW Kraftwerk war das Werk durch eine ein Kilometer lange Gichtgasleitung verbunden.
Mit den Investitionen in 1963 waren zwar die größten Engpässe im Bereich Stahlerzeugung und beim Walzen von Halbzeug beseitigt das Werk aber von seiner Größe her und ohne eigene Sinteranlage

nicht mehr konkurrenzfähig.
Daher kam es 1966 zur Fusion mit dem 3 km stromabwärts liegenden Hüttenwerk Thy-le-Chateau in Marcinelle. Der neue Konzern  hieß nun für die kommenden 13 Jahre Thy Marcinelle et Monceau (TMM).
Gleich nach der Fusion wurde der Hochofen 5 stillgelegt und die Produktion von Spezialeisen auf den neu zugestellten Ofen 7 verlagert. Da in Monceau nun nur noch der Hochofen 6 Thomasroheisen produzierte wurde ein Flüssigeisentransport von Marcinelle mit 150 t Torpedopfannen und offenen 50/70 t Pfannen über das Netz der belgischen Staatsbahn (eine Werksbahnverbindung gab es nicht) eingerichtet.
Die Produktion im Thomasstahlwerk und in der Blockstrasse wurde schon 1966 von 3 auf 2 Schichten heruntergefahren.
Der Hochofen 6 wurde 1968 noch einmal auf 7,0 m Gestelldurchmesser vergrößert.
TMMs letzte Großinvestition am Standort Monceau war dann der Umbau der Thomaskonverter auf fünf 35 t OBM-Konverter zwischen 1969 und 1972.
Mit Beginn der Stahlkrise 1975 wurden die Walzwerke 5 und 6 in Moncheret auf denen am Ende nur noch Spezialprofile gewalzt wurden stillgelegt.
1976 wurde der Hochofen 4 in Marcinelle auf 9,00 m Gestelldurchmesser erweitert und das neue Stahlwerk mit drei 150 t OBM-Konvertern in Betrieb genommen. Damit war der Produktionsstandort in Monceau obsolet geworden und es kam noch im gleichen Jahr zur Stilllegung praktisch aller Anlagen bis auf die Strasse 4 die noch bis 1980 Bandstähle produzierte.

Erhalten sind nur noch die alte Hauptverwaltung und das Kasino der A.M.S. nördlich der Rue de Mons. Die Walzwerkshallen in Moncheret sind allerdings noch weitgehend vorhanden und werden von ArcelorMittal als Lager genutzt.

Folgenden Archiven möchte ich für ihre freundliche Unterstützung danken:
Archives de l’État à Mons
Archives Le Bois du Cazier
Archives Ville de Charleroi

14/38. Birlenbacher Hütte, Schleifenbaum

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Die 1453 gegründete Birlenbacher Hütte in Geisweid, heute Siegen, stellte 1959 in zwei kleinen Hochöfen kalterblasenes Spezialroheisen her. Dabei wurde der Hochofenwind auf nur circa 300-400° vorerhitzt. In einem nachgeschalteten E-Ofen konnte das Roheisen dann im Duplexbetrieb weiter veredelt werden. Das Eisen ging dann in der Regel an Gießereien.
1971 wurde die Hütte als einer der letzten Kleinbetriebe seiner Art in Deutschland stillgelegt.
Die Birlenbacher Hütte erzeugte 1959 33.741 t Roheisen.
Hochöfen Birlenbacher Hütte, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 1,92 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 1,92 m.

ESW in Eschweiler closed down.

Yesterday the last seamless tubes were rolled at ESW in Eschweiler. This marks the end of the history of the former EBV-Hüttenbetriebe, the now largely forgotten steel subsidiary of Eschweiler Bergwerksverein.

Piercing stand

The plant in Eschweiler, Germany was founded in 1914 by the Eschweiler-Ratinger Maschinenbauaktiengesellschaft (ERMAG). In 1917 an open hearth shop was added to ensure the steel supply.
In 1924 the plant was taken over by the Eschweiler Bergwerksverein, a mining company mostly owned by ARBED from Luxemburg.
Pig iron was now supplied by the nearby EBV blast furnaces (Concordiahütte). In 1957 a new 30 t electric arc melt shop was built on ground of the now dismantled blast furnace site which had been closed down in 1941.
Two pilger rolling mills were commissioned in 1953 and 1961.
Since, due to the unfavourable transport situation, it did not make sense to produce mass-produced steels in competition with the Ruhr area, EBV-Hüttenbetriebe now specialised in the production of high-quality steels.
In 1965 a continuous caster and a second EAF where added. A new innovative planetary tube rolling mill (PSW) gradually replaced the outdated pilger rolling mills in 1976.
In 1984 the site was sold to the Maxhütte steel company from Bavaria.The EAF melt shop was closed in 1986 and one year later the Maxhütte went bancrupt. In order to save the new tube rolling mill the former plant manager, among others, took the mill over in 1987.

ESW-Röhrenwerke produced seamless steel tubes for the oil and gas industry,  boilers and engineering.
The last owner, Danieli from Italy, took over in 2016.
Further images.

Aviles Coking Plant shut down.

 

Already on 30 September 2019, ArcelorMittal shut down the last two (3&4) of eight batteries  at it’s Aviles coking plant in Spain.
The coking plant had been built from 1951 onwards as part of an economic programme; Franco’s dream of an industrialized Spain.
With it’s closure, the last major unit of the once state-owned steel group ENSIDESA will disappear.
The plant had 8 batteries of 30 ovens each and was planned and built by Didier-KOGAG-Hinselmann, an engineering company from Essen. It supplied coke to the finally four blast furnaces in Aviles (which have since been demolished).
In 1973, the state-owned ENSIDESA took over the neighbouring private steelworks UNINSA in Gijon. The coking plant there is also currently shut down, so that the last active blast furnace (furnace A) in Spain has to be supplied with imported coke. It is therefore questionable whether and when blast furnace B will be restarted.

Großraumlichtbogenöfen

1956/57 nahm die Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG die ersten Großraumlichtbogenöfen in Deutschland in Betrieb. Die beiden 120 t Öfen wurden von der DEMAG (Ofen 31) und BBC  (Ofen 32) in einem Anbau des SM-Stahlwerks 2 montiert und waren die größten in Europa.

Ofen 31

Ausschlaggebend für den Entschluß dort keine weiteren SM-Öfen zu bauen waren die geringeren Investitionskosten und die bessere Energieausbeute der Lichtbogenöfen. Außerdem stand auf der Hütte reichlich Hochofengas zur Verstromung zur Verfügung. Restlos überzeugt war man in Rheinhausen wohl nicht von der neuen Technik. Anfang der 1960er Jahre  befand man, daß die Öfen sich, gemessen an der Tatsache, daß es sich um Neukonstruktionen handelte, ” im großen und ganzen recht gut bewährt haben”.
Die E-Öfen in Rheinhausen wurden 1982 nach der Inbetriebnahme des neuen 120 t UHP Lichtbogenofens in Bochum stillgelegt.

Back at La Louviere

Roughing Stand

Back at the old Gustave Boël site in La Louviere, Belgium after 13 years.
A lot has changed, no more steel making, no more continuous casting, no more wire rolling.
NLMK from Russia took over in 2011 and still operates the 72″ hot strip mill  which was put into operation in November 1965.

Finishing stands

Together with the LD steelworks, it was part of a major investment in anticipation of the extension of the Brüssel-Charleroi Canal for 1350 t vessels.
The roughing stand was supplied by Maschinenfabrik Sack in Düsseldorf – the finishing line was a cooperation between Siemag from Hilchenbach and the United Engineering and Foundry Company from Pittsburgh.
The roughing stand was equipped with two 5000 kW DC engines and each finishing stand was driven by a 4500 kW DC motor.
Further images on my website.

Réhon’s Converter Zoo

Cockerill’s construction of a new melt shop in Réhon, France in 1978 was the last major investment into the dying steel basin of Longwy.
The two O.B.M. converters (Oxygen Bodenblasen Maxhütte) were installed in the relocated halls of the former Thomas steelworks in Ougree, Belgium, closed down in 1975.
Between June and October 1979 Cockerill now operated a real converter zoo in Réhon.
Consisting of:
Two new 80 t O.B.M converters.
Two old 26 t former Thomas converters which were converted to O.B.M. in 1973.
Three 23 t Thomas converters from 1953
and a 36 t O.L.P. (Oxygen Lance Poudre) converter from 1963.
There was also an electric steel plant.
Since the LD process, which was successfully used worldwide, could not be applied due to the high-phosphor domestic ores, numerous new steel production processes were introduced in Lorraine.
None of them was very sustainable.
The Thomas converters were shut down in October 1979, the old O.B.M. converters and the O.L.P. steelworks one year later.
On 30.7.1987, after only 8 years of operation, the new O.B.M. steel plant, now owned by USINOR, was shut down too. In 1980 a third converter had been added.