Union Mitteleisenstrasse


Über 60 Jahre lang prägte die (grüne) Wand der Mitteleisenstrasse die westliche Dortmunder Innenstadt. Nun verschwindet sie.
Das halbkontinuierliche Walzwerk wurde zwischen 1955 und 1957 erbaut und ersetzte div. ältere Strassen bei der DHHU. Sie lief zunächst unter der Bezeichnung Walzwerk 2-neu, nach der Fusion mit Hoesch dann als Walzwerk P3.
Im Oktober 1981 wurde die Anlage stillgelegt und diente später als Lager und Schallschutzwand für die Spundwandfertigung.

21/38 DHHU, Werk Dortmund

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.
hochoefen werk-union
Von den fünf Hochöfen des Werkes Dortmund (Union) der Dortmund-Hörder Hüttenunion gibt es heute nur noch wenige Zeugnisse.
Das Bild zeigt von links nach rechts die Hochöfen 1-5. nur die Öfen 1-3 besaßen Ende der 1950er Jahre schon Schrägaufzüge (Skip und Senkkübel), alle Hochöfen waren noch durch die Elektrohängebahn erreichbar; 4 & 5 hatten nur diese Möglichkeit. Auf der Südseite der Ofengruppe existierte noch eine Koksseilbahn.
Der Hochofen 3 wurde 1959 neu zugestellt und mit einer Skipbegichtung ausgerüstet.
Der gleiche Umbau erfolgte am Hochofen 5 drei Jahre später. Trotz dieser Investitionen legte die DHHU die gesamte Roheisenerzeugung am Standort Dortmund im September 1963 still und verlagerte sie nach Hörde.

Das Hüttenwerk in Dortmund erzeugte 1959 1.031.448 t Roheisen.

Hochöfen DHHU, Werk Dortmund, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 7,0 m
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 7,0 m
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 7,0 m
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 6,5 m

 

Nerd Lektüre

Findbuch zum Bestand Dortmund-Hörder Hüttenunion
Vermutlich hätte Karl Lagerfeld geurteilt, dass wer sich privat ein zweibändiges “Findbuch zum Bestand Dortmund-Hörder Hüttenunion AG und Vorläuferunternehmen” zulegt die Kontrolle über sein Leben verloren hat.
Das kann gut sein denn dieses Buch ist tatsächlich sehr speziell und potentielle Käufer sollten zumindest schon einmal von der DHHU gehört haben.
Abgesehen davon ist der Doppelband mit seinen fast 1300 Seiten einfach beeindruckend.
Auch ohne Rechercheabsicht kann man eine Menge Erkenntnisse über den ehem. größten Stahlproduzenten Deutschlands und seine zahlreichen Tochtergesellschaften gewinnen.
Von den Dokumenten der Überlassung von Patenten des Thomas-Verfahrens an den Hörder Verein durch Sidney Gilchrist Thomas 1879, über den Lageplan für einen Aufenthaltsraum des Motorsturms der HJ bis zu den Akten der Fusion mit Hoesch 1966 deckt der hier detailliert beschriebene Bestand des ThyssenKrupp-Konzernarchivs fast alle Aspekte der DHHU-Geschichte ab.
Zum Glück existieren in Deutschland mit dem TK-Konzernarchiv, dem Historischen Archiv Krupp und dem Salzgitter AG-Konzernarchiv / Mannesmann-Archiv drei bedeutende Sammlungen zur Geschichte der Stahlindustrie. In anderen Ländern, z.B. Belgien und Frankreich, sieht das leider ganz anders aus.

Findbuch zum Bestand Dortmund-Hörder Hüttenunion AG und Vorläuferunternehmen (1841-1966).
Bearbeitet von Dietmar Bleidick. Herausgegeben von Manfred Rasch und Andreas Zilt.
Aschendorff Verlag, 29,90 EUR.

12/38. Hoesch-Westfalenhütte.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochöfen 7 & 6

Die Hoesch AG verfügte 1959 im Werk Westfalenhütte in Dortmund über 6 Hochöfen.
Die Hochöfen 4 (1235 m³) und 6 (1359 m³) waren 1957 und 1954 neu zugestellt worden und gehörten zu den größten in Europa. Der Ofen 6 wurde 1976 stillgelegt.
Der 1941 erbaute Hochofen 7 war einer der wenigen freitragenden in Deutschland (Brassertofen) er wurde 1961 umgebaut und auf einen Gestelldurchmesser von 7,5 m erweitert.

Hochöfen 4-1

Die Öfen 4 und 7 wurden in den 1980er Jahren auf 9,7 m bzw. 10,00 m Gestelldurchmesser ausgebaut und beendeten 1999/2001 mit ihrer Stilllegung die Roheisenproduktion in Dortmund.

 

 

 

 

Die Westfalenhütte erzeugte 1959 1.092.791 t Thomas-Roheisen und 305.080 t Stahleisen.
Hochöfen Hoesch-Westfalenhütte, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 6,5 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 6,5 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 5,5 m.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 8,0 m.
Hochofen 6: Gestelldurchmesser 8,0 m.
Hochofen 7: Gestelldurchmesser 6,85 m.

10/38. Ruhrstahl AG, Henrichshütte.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochofen 3


Bei der Ruhrstahl AG (Tochter der Rheinischen Stahlwerke, Essen) in Hattingen waren 1959 drei Hochöfen in Betrieb.
Allerdings nicht zeitgleich. Im April 1959 wurde der aus dem Jahr 1906 stammende Hochofen 1 stillgesetzt und abgerissen. Im Oktober war dann der neue Hochofen 2 einsatzbereit und produzierte zusammen mit dem Hochofen 3 (Bj. 1939) bis zur Stilllegung der Roheisenerzeugung in Hattingen in 1987.
In den 1970er Jahren wurden die Gestelldurchmesser beider Öfen von 6,0 m auf 7,5 m erweitert. Der Hochofen 3 steht als ältester erhaltener Hochofen des Ruhrgebiets heute unter Denkmalschutz.
Der Hochofen 2 wurde 1990 demontiert und bei der Hunan Valin Xiangtan Iron and Steel Co in Südchina wieder in Betrieb genommen.

Die Henrichshütte erzeugte 1959 261.170 t Stahleisen.
Hochöfen Ruhrstahl AG, Henrichshütte 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,15 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 6,0 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 6,0 m.

7/38. Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochöfen 5-1

Beim Bochumer Verein waren 1959 vier Hochöfen in Betrieb der fünfte (HO 1) wurde im Januar 1960 nach Neuzustellung wieder angeblasen.
Dieser hatte von 1929 bis 1957 ununterbrochen Roheisen produziert, 3,9 Mio.t, laut BV damals Weltrekord.
Die Öfen wurden über Schrägaufzüge mit Möller und durch eine Hängebahn mit Koks begichtet.
Nach der Übernahme des BV durch die Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG in 1965 wurde die Roheisenerzeugung in Bochum Ende 1967 zurückgefahren und am 4. Juni 1968 der letzte Bochumer Hochofen stillgelegt.
Anschließend wurden die Bochumer Stahlwerke mit Roheisen aus den Rheinhausener Hochöfen versorgt. 10 Torpedopfannen brachten fortan 45.000 t Flüssigeisen im Monat nach Höntrop.

Der Bochumer Verein erzeugte 1959 685.500 t Stahleisen.
Hochöfen Bochumer Verein 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 7,5 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,5 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 7,0 m.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 6,2 m.
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 6,2 m.

RAG-Kokerei Hassel

Batterien 1&2


Vor 20 Jahren, am 29.9.1999, wurde die RAG-Kokerei in Gelsenkirchen-Hassel stillgelegt.
Die Anlage war der erste Kokereineubau nach dem Krieg in der BRD. 1953 wurden zwei Batterien mit jeweils 55 Koksöfen in Betrieb genommen. Bis 1957 wurden weitere fünf Batterien zu je 30 Öfen gebaut.
Die Anlage hatte damit eine Kapazität von 4500 t Koks (6000 t Kohle) täglich.
Mitte der 1980er Jahre wurde wg. der schwachen Stahlkonjunktur die Batterie 4 mit 30 Öfen stillgesetzt. 1989 stellte man drei Batterien auf die Produktion von Gießereikoks um.
Die Batterien 3,5,6 und 7 wurden dann im Oktober 1993 heruntergefahren.
Seit dem produzierten nur noch die Batterien 1 und 2 mit 110 Öfen Gießereikoks und Ruhrkoks für den Wärmemarkt.
Mit der Schließung der Kokerei Hassel wurde die Produktion von Gießereikoks in Deutschland eingestellt.

Batterien 3-7