24/38 Dillinger Hütte.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochöfen 1-3 nach Umbau.

Die Dillinger Hütte im Saarland betrieb 1959 vier Hochofen.
Um die Roheisenerzeugung zu erhöhen, auch im Hinblick auf die Belieferung des Warmbreitbandwerks der SOLLAC in Lothringen, wurden die Öfen 1-3 zwischen 1960 und 1965 neu errichtet und von der veralteten Beschickung durch Hängebahnen auf Bandbeschickung umgerüstet. Der Hochofen 4 wurde 1963 stillgelegt und erst 1974 durch einen Neubau ersetzt.
1968 übernahm das neue LD-Stahlwerk die Produktion daher stellte man die Verhüttung lothringischer Minette-Erze 1972 endgültig ein.

Der Hochofen 1 wurde 1974 stillgelegt und nur noch als Reserveofen genutzt.
1985 dann die Inbetriebnahme des Großhochofen 5 mit einem Gestelldurchmesser von 11 m an neuer Stelle und mit eigener Möllerung. 2003 legte man den Hochofen 3 still.
Heute produzieren in Dillingen nur noch die Öfen 4 und 5.

Hochöfen Dillinger Hütte, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,5 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,0 m
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 5,0 m
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 5,0 m

Das Oxygenstahlwerk der Westfalenhütte

wurde bekanntlich nie gebaut und hätte das Aus für die Dortmunder Stahlproduktion vermutlich um einige Jahre verzögert.
Für die Hoeschianer war der Kampf um ihr “Stahlwerk jetzt” ein jahrzehntelanges Drama
welches schon Mitte der 1960er Jahre begann.
Damals gab es bei der Westfalenhütte erste Pläne für den Bau eines eigenen Oxygenstahlwerks als Ersatz für das veraltete Thomas-Stahlwerk.
Durch die Übernahme der Dortmund-Hörder Hüttenunion kam Hoesch dann aber 1966 in den Besitz des, transportungünstig gelegenen, LD-AC Stahlwerks in Hörde und die Pläne wurden zurückgestellt.
Mit der Stahlhochkonjunktur Anfang der 1970er Jahre gab es einen zweiten Anlauf, diesmal sollte ein neues LD-Stahlwerk die veralteten Siemens-Martin Stahlwerke 1-3 ersetzen und die Lang- und Profilstahlsparte von Hoesch versorgen. Das Stahlwerk in Hörde sollte erhalten bleiben und den Flachstahlbereich beliefern.
Am 23.12.1971 kam es dann zum ersten Spatenstich nördlich der Kokerei Kaiserstuhl im Bereich der stillgelegten Steinfabrik. 3,1 Mio. t/j sollte die Anlage zunächst erzeugen, dann wurde die Kapazität auf 2,1 Mio t/j abgespeckt und das Projekt schließlich ganz beerdigt.
Laut Detlev Karsten Rohwedder, dem späteren Vorstandsvorsitzenden von Hoesch, auf Betreiben des neuen Hoeschpartners der niederländischen ESTEL-Gruppe.
Stattdessen kam man zu der fatalen Fehleinschätzung die veralteten SM-Werke würden kostengünstiger produzieren als ein neues LD-Stahlwerk.
Dabei wurden die ungewöhnlich niedrigen Schrottkosten Anfang der 70er-Jahre vorausgesetzt und die Tatsache, daß die SM-Stahlwerke (wg. der langen Einschmelzzeiten) nicht strangussfähig waren außer Acht gelassen.
Diese wurden nun, um den gesetzlichen Auflagen zu entsprechen, für 200 Mio. DM entstaubt.
1979, mitten in der Stahlkrise, erzeugte Hoesch noch ein Drittel seiner 6. Mio. Tonnen Stahl in veralteten Siemens-Martinöfen.

LD-Stahlwerk, Westfalenhütte. Luftbild, Regionalverband Ruhr

Anfang der 1980er Jahre kam es dann zum dritten Anlauf für den Stahlwerksneubau. Diesmal sollte ein Oxygenstahlwerk mit Stranggussanlage für 500 Mio. DM direkt neben der Warmbreitbandstrasse und z.T. in den Hallen des SM-Stahlwerks 3 errichtet werden.
Dieses sollte nicht nur die Siemens-Martinöfen überflüssig machen sondern auch das inzwischen ebenfalls veraltete Oxygenstahlwerk in Hörde ersetzen. Um mit der verminderten Rohstahlkapazität weiterproduzieren zu können sollten die Halbzeug- und die Feineisenstrassen auf der Westfalenhütte, die Mitteleisenstrasse bei der Union und das Grobblechwalzwerk in Hörde stillgelegt werden.
Das geschah auch, das neue Stahlwerk wurde trotzdem nicht gebaut.
Stattdessen modernisierte man das Stahlwerk in Hörde und unterhielt noch fast 20 Jahre lang einen kostenintensiven Pendelverkehr zwischen den drei Werken.

Vallourec legt Ehrhardt-Presse in Reisholz still.

Ehrhardtpresse

Die, in diesen Dimensionen, weltweit einzigartige Presse arbeitet nicht mehr. Am Freitag wurde in Düsseldorf-Reisholz das letzte Nahtlosrohr produziert. Der 1899 gegründete Standort wird stillgelegt.
Der Absatzmarkt für das von Heinrich Ehrhardt erfundene Verfahren war in den letzten Jahren stetig kleiner geworden.
Rohlinge bis zu 28 t Gewicht konnten auf der Presse zu Nahtlosrohren bis 1500 mm Aussendurchmesser gepresst werden. Einsatzort der Rohre waren vor allem der Kraftwerks- und Chemieanlagenbau. 300 Mitarbeiter scheiden entweder über einen Sozialplan aus oder werden an den anderen Vallourecstandorten weiterbeschäftigt.

Tieföfen

22/38 Phoenix-Rheinrohr AG, Werk Hüttenbetrieb.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Stadtarchiv Duisburg

Vier Hochöfen waren 1959 im heutigen Landschaftspark Nord vorhanden.
Der 1955 errichtete Hochofen 1, die beiden Öfen 3&4 die noch aus der Originalsubstanz von 1904/06 stammten, sie wurden noch über Senkrechtaufzüge und Hängebahnen begichtet, und der 1952 erbaute Hochofen 5. Der Hochofen 2 befand sich 1959 im Abbruch und ist erst 1963 wieder angeblasen worden.
Die Hochöfen 3&4 wurden Ende der 1960er Jahre stillgelegt und abgerissen und der Ofen 5 1973 unter Erhalt von Schrägaufzug und Windenhaus neu erbaut.

Hochofen 5

Anfang der 1980er Jahre wurde dann vor dem Hintergrund der weltweiten Stahlkrise die Roheisenproduktion im Werk Hüttenbetrieb (inzwischen wieder zu Thyssen gehörig) heruntergefahren und der Hochofen 1 1982 und der Ofen 2 1984 stillgelegt.
Der Hochofen 5 der nun nur noch Manganeisen erzeugte folgte 1985.
Seit 1994 gehören die drei Hochöfen zum Landschaftspark Duisburg-Nord.

Hochöfen Phoenix-Rheinrohr, Werk Hüttenbetrieb 1959.

Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,2 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 4,5 m.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 5,2 m.
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 5,2 m.

TKS legt Giesswalzanlage still.

ThyssenKrupp GiesswalzanlageAnläßlich ihres 20-jährigen Jubiläums wurde die GWA noch als weitsichtige und lohnende Investition bezeichnet, nun aber, nur ein Jahr später, wird sie stillgelegt.
Als die GWA im April 1999 in Betrieb genommen wurde war sie die erste Anlage ihrer Art in einem integrierten Hüttenwerk weltweit.
Offenbar hat sich die Erzeugung von Breitband in einer Hitze in diesem Rahmen aber nicht bewährt denn Thyssen-Krupp Steel kündigt an die Anlage zu einer Warmbreitbandstrasse klassischer Bauart umzubauen.

ESW in Eschweiler closed down.

Yesterday the last seamless tubes were rolled at ESW in Eschweiler. This marks the end of the history of the former EBV-Hüttenbetriebe, the now largely forgotten steel subsidiary of Eschweiler Bergwerksverein.

Piercing stand

The plant in Eschweiler, Germany was founded in 1914 by the Eschweiler-Ratinger Maschinenbauaktiengesellschaft (ERMAG). In 1917 an open hearth shop was added to ensure the steel supply.
In 1924 the plant was taken over by the Eschweiler Bergwerksverein, a mining company mostly owned by ARBED from Luxemburg.
Pig iron was now supplied by the nearby EBV blast furnaces (Concordiahütte). In 1957 a new 30 t electric arc melt shop was built on ground of the now dismantled blast furnace site which had been closed down in 1941.
Two pilger rolling mills were commissioned in 1953 and 1961.
Since, due to the unfavourable transport situation, it did not make sense to produce mass-produced steels in competition with the Ruhr area, EBV-Hüttenbetriebe now specialised in the production of high-quality steels.
In 1965 a continuous caster and a second EAF where added. A new innovative planetary tube rolling mill (PSW) gradually replaced the outdated pilger rolling mills in 1976.
In 1984 the site was sold to the Maxhütte steel company from Bavaria.The EAF melt shop was closed in 1986 and one year later the Maxhütte went bancrupt. In order to save the new tube rolling mill the former plant manager, among others, took the mill over in 1987.

ESW-Röhrenwerke produced seamless steel tubes for the oil and gas industry,  boilers and engineering.
The last owner, Danieli from Italy, took over in 2016.
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