Drahtstrasse IV


Eine weitere Walzstrasse die sich an der Ruhr z.Z. im Abriss befindet ist die im März 1968 in Betrieb genommene Drahtstrasse IV der ehem. Niederrheinischen Hütte in Duisburg-Hochfeld.
Das 4-adrige vollkontinuierliche Walzwerk ersetzte damals die älteren Strassen I und II in Hochfeld.
Sie bestand aus einer 7-gerüstigen Vorstrasse, einer 8-gerüstigen Zwischenstaffel und vier Fertigblöcken.
2013 übernahm die neue Drahtstrasse von ArcelorMittal in Duisburg die Produktion aus Hochfeld.
Die alte Strasse IV wurde danach meines Wissens nach Nordafrika verkauft.

Union Mitteleisenstrasse


Über 60 Jahre lang prägte die (grüne) Wand der Mitteleisenstrasse die westliche Dortmunder Innenstadt. Nun verschwindet sie.
Das halbkontinuierliche Walzwerk wurde zwischen 1955 und 1957 erbaut und ersetzte div. ältere Strassen bei der DHHU. Sie lief zunächst unter der Bezeichnung Walzwerk 2-neu, nach der Fusion mit Hoesch dann als Walzwerk P3.
Im Oktober 1981 wurde die Anlage stillgelegt und diente später als Lager und Schallschutzwand für die Spundwandfertigung.

21/38 DHHU, Werk Dortmund

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.
hochoefen werk-union
Von den fünf Hochöfen des Werkes Dortmund (Union) der Dortmund-Hörder Hüttenunion gibt es heute nur noch wenige Zeugnisse.
Das Bild zeigt von links nach rechts die Hochöfen 1-5. nur die Öfen 1-3 besaßen Ende der 1950er Jahre schon Schrägaufzüge (Skip und Senkkübel), alle Hochöfen waren noch durch die Elektrohängebahn erreichbar; 4 & 5 hatten nur diese Möglichkeit. Auf der Südseite der Ofengruppe existierte noch eine Koksseilbahn.
Der Hochofen 3 wurde 1959 neu zugestellt und mit einer Skipbegichtung ausgerüstet.
Der gleiche Umbau erfolgte am Hochofen 5 drei Jahre später. Trotz dieser Investitionen legte die DHHU die gesamte Roheisenerzeugung am Standort Dortmund im September 1963 still und verlagerte sie nach Hörde.

Das Hüttenwerk in Dortmund erzeugte 1959 1.031.448 t Roheisen.

Hochöfen DHHU, Werk Dortmund, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 7,0 m
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 7,0 m
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 7,0 m
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 6,5 m

 

Nerd Lektüre

Findbuch zum Bestand Dortmund-Hörder Hüttenunion
Vermutlich hätte Karl Lagerfeld geurteilt, dass wer sich privat ein zweibändiges “Findbuch zum Bestand Dortmund-Hörder Hüttenunion AG und Vorläuferunternehmen” zulegt die Kontrolle über sein Leben verloren hat.
Das kann gut sein denn dieses Buch ist tatsächlich sehr speziell und potentielle Käufer sollten zumindest schon einmal von der DHHU gehört haben.
Abgesehen davon ist der Doppelband mit seinen fast 1300 Seiten einfach beeindruckend.
Auch ohne Rechercheabsicht kann man eine Menge Erkenntnisse über den ehem. größten Stahlproduzenten Deutschlands und seine zahlreichen Tochtergesellschaften gewinnen.
Von den Dokumenten der Überlassung von Patenten des Thomas-Verfahrens an den Hörder Verein durch Sidney Gilchrist Thomas 1879, über den Lageplan für einen Aufenthaltsraum des Motorsturms der HJ bis zu den Akten der Fusion mit Hoesch 1966 deckt der hier detailliert beschriebene Bestand des ThyssenKrupp-Konzernarchivs fast alle Aspekte der DHHU-Geschichte ab.
Zum Glück existieren in Deutschland mit dem TK-Konzernarchiv, dem Historischen Archiv Krupp und dem Salzgitter AG-Konzernarchiv / Mannesmann-Archiv drei bedeutende Sammlungen zur Geschichte der Stahlindustrie. In anderen Ländern, z.B. Belgien und Frankreich, sieht das leider ganz anders aus.

Findbuch zum Bestand Dortmund-Hörder Hüttenunion AG und Vorläuferunternehmen (1841-1966).
Bearbeitet von Dietmar Bleidick. Herausgegeben von Manfred Rasch und Andreas Zilt.
Aschendorff Verlag, 29,90 EUR.

20/38 Hüttenwerke Siegerland, Friedrichshütte

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Alte Herdorfer Hütte

Hochofen 3

Das zur Hüttenwerke Siegerland AG gehörende Hochofenwerk in Herdorf bestand aus zwei benachbarten Standorten; der eigentlichen Friedrichshütte mit den Hochöfen 1&2 und der 1914 übernommenen Alten Herdorfer Hütte mit dem Ofen 3.

Friedrichshuette, Herdorf

Gicht, Hochöfen 1&2

Letzterer wurde nach einer 10-jährigen Ofenreise im April 1958 neuzugestellt und 1966 stillgelegt.
Das von der Friedrichshütte erzeugte Stahleisen wurde im SM-Stahlwerk in Wehbach weiterverarbeitet und anschließend zu Platinen ausgewalzt.
Am 30.8.1968 endete die Eisenerzeugung in Herdorf mit der Stilllegung des Hochofen 2. Dieser war erst 1965 neu zugestellt worden.

Die Friedrichshütte erzeugte 1959 61.051 t Stahleisen, 32.935 t Spiegeleisen und 23.815 t Spezialroheisen.

Friedrichshuette, Herdorf

Hochöfen 1&2

Hochöfen Friedrichshütte, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 3,76 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 3,5 m
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 1,8 m

TKS legt Giesswalzanlage still.

ThyssenKrupp GiesswalzanlageAnläßlich ihres 20-jährigen Jubiläums wurde die GWA noch als weitsichtige und lohnende Investition bezeichnet, nun aber, nur ein Jahr später, wird sie stillgelegt.
Als die GWA im April 1999 in Betrieb genommen wurde war sie die erste Anlage ihrer Art in einem integrierten Hüttenwerk weltweit.
Offenbar hat sich die Erzeugung von Breitband in einer Hitze in diesem Rahmen aber nicht bewährt denn Thyssen-Krupp Steel kündigt an die Anlage zu einer Warmbreitbandstrasse klassischer Bauart umzubauen.

19/38 Halbergerhütte GmbH

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.
Halbergerhütte
Die Halbergerhütte in Brebach bei Saarbrücken erzeugte 1959 in sechs verhältnissmäßig kleinen Hochöfen vornehmlich Roheisen für die eigenen Eisengiessereien.
Dort erzeugte man Schleudergussrohre und Formstücke im Serienguss.
Das Werk gehörte seit 1919 mehrheitlich zur französischen Pont-à-Mousson-Firmengruppe und kam 1970 nach Fusion zum Saint-Gobain-Konzern.
Zwischen 1973 und 1983 erweiterte man die Öfen 2,3 und 4 auf 4,2 m Gestelldurchmesser und legte die restlichen Hochöfen still.
Die Roheisenerzeugung in Brebach wurde im August 1995 eingestellt.
2019 legte St. Gobain die Flüssigphase (Kupolofen) in Saarbrücken still.
Der 1988 ausgegliederte Serienguss (Gusswerke Saarbrücken) ist insolvent und soll im Juni geschlossen werden.
HalbergerhütteDie Halbergerhütte erzeugte 1961 43.074 t Stahleisen, 87.063 t Gießereiroheisen und 32.941 t Hämatitroheisen.

 

 

 

 

 

Hochöfen Halbergerhütte, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 3,5 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 3,8 m
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 4,0 m
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 3,25m
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 3,5 m
Hochofen 6: Gestelldurchmesser 3,0 m

18/38 Rheinstahl Eisenwerke Mülheim/Meiderich AG

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochofen 1

Hochofen 1

Die zu den Rheinischen Stahlwerken in Essen gehörende Friedrich Wilhelms-Hütte in Mülheim verfügte 1959 über 3 Hochöfen und erzeugte Roheisen u.a. für die Eisengiessereien in Mülheim und Duisburg-Meiderich. Hochofen 1 war 1955 von der DEMAG gebaut worden und einer der modernsten Deutschlands. Der baugleiche Ofen 2 sollte eigentlich schon 1958 in Betrieb genommen werden, wg. der schlechten Absatzlage für Roheisen geschah das aber erst 1960. Der alte Hochofen 3 befand sich 1959 bereits im Abbruch während der Ofen 4 als einer der letzten im Ruhrgebiet mit manueller Begichtung vermutlich noch in Reserve gehalten wurde.
Die Erzeugung der Eisenwerke lag 1959 mit nur 186.924 t (überwiegend Hämatitroheisen) weit unter dem Durchschnitt.
Am 11.5.1964 wurde die Roheisenproduktion in Mülheim eingestellt und zum Schwesterwerk in Gelsenkirchen verlagert.

Friedrich Wilhelmshuette Kokerei

Hochöfen Eisenwerke Mülheim/Meiderich, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,5 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,5 m (Anblasfertig)
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 4,5 m