Drahtstrasse IV


Eine weitere Walzstrasse die sich an der Ruhr z.Z. im Abriss befindet ist die im März 1968 in Betrieb genommene Drahtstrasse IV der ehem. Niederrheinischen Hütte in Duisburg-Hochfeld.
Das 4-adrige vollkontinuierliche Walzwerk ersetzte damals die älteren Strassen I und II in Hochfeld.
Sie bestand aus einer 7-gerüstigen Vorstrasse, einer 8-gerüstigen Zwischenstaffel und vier Fertigblöcken.
2013 übernahm die neue Drahtstrasse von ArcelorMittal in Duisburg die Produktion aus Hochfeld.
Die alte Strasse IV wurde danach meines Wissens nach Nordafrika verkauft.

TKS legt Giesswalzanlage still.

ThyssenKrupp GiesswalzanlageAnläßlich ihres 20-jährigen Jubiläums wurde die GWA noch als weitsichtige und lohnende Investition bezeichnet, nun aber, nur ein Jahr später, wird sie stillgelegt.
Als die GWA im April 1999 in Betrieb genommen wurde war sie die erste Anlage ihrer Art in einem integrierten Hüttenwerk weltweit.
Offenbar hat sich die Erzeugung von Breitband in einer Hitze in diesem Rahmen aber nicht bewährt denn Thyssen-Krupp Steel kündigt an die Anlage zu einer Warmbreitbandstrasse klassischer Bauart umzubauen.

18/38 Rheinstahl Eisenwerke Mülheim/Meiderich AG

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochofen 1

Hochofen 1

Die zu den Rheinischen Stahlwerken in Essen gehörende Friedrich Wilhelms-Hütte in Mülheim verfügte 1959 über 3 Hochöfen und erzeugte Roheisen u.a. für die Eisengiessereien in Mülheim und Duisburg-Meiderich. Hochofen 1 war 1955 von der DEMAG gebaut worden und einer der modernsten Deutschlands. Der baugleiche Ofen 2 sollte eigentlich schon 1958 in Betrieb genommen werden, wg. der schlechten Absatzlage für Roheisen geschah das aber erst 1960. Der alte Hochofen 3 befand sich 1959 bereits im Abbruch während der Ofen 4 als einer der letzten im Ruhrgebiet mit manueller Begichtung vermutlich noch in Reserve gehalten wurde.
Die Erzeugung der Eisenwerke lag 1959 mit nur 186.924 t (überwiegend Hämatitroheisen) weit unter dem Durchschnitt.
Am 11.5.1964 wurde die Roheisenproduktion in Mülheim eingestellt und zum Schwesterwerk in Gelsenkirchen verlagert.

Friedrich Wilhelmshuette Kokerei

Hochöfen Eisenwerke Mülheim/Meiderich, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,5 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,5 m (Anblasfertig)
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 4,5 m

 

 

Th. Wuppermann GmbH

Wuppermann Strangussanlage, Rheinhausen


1973 war die 1872 gegründete Th. Wuppermann GmbH der größte Walzstahlerzeuger in Deutschland ohne eigene Stahlbasis. Daher plante man am Stammsitz in Leverkusen-Schlebusch ein eigenes Elektrostahlwerk zu bauen.
Trotz einer fast abgeschlossenen Planung entschied sich Wuppermann dann aber zum Bau einer Brammenstrangussanlage auf dem Werksgelände der Krupp Stahl AG in Rheinhausen.
Diese wurde innerhalb von 16 Monaten von der Wuppermann Strangussanlagen GmbH fertig gestellt und mit Personal von Krupp betrieben.
Bis zu 40.000 t flüssiger Rohstahl im Monat (15% der Erzeugung in Rheinhausen) wurden ab 1975 vom neuen LD-Stahlwerk II geliefert.
Die bis zu 740 mm breiten und 150 mm dicken Brammen gingen per Bahn an das Kernaggregat der Firma Wuppermann in Leverkusen, die Mittelbandstrasse VI.
Diese war 1955 in Betrieb genommen worden und wurde 1981 durch den Bau einer Coilbox und eines neues Vorgerüsts modernisiert.

Walzstrasse VI

Zwischen 1983 und 1985 erwarb Krupp sämtliche Geschäftsanteile an Wuppermann und begann die Warmbandherstellung von Leverkusen zur Warmbreitbandstrasse in Bochum zu verlagern.
Die Wuppermann Freiformschmiede wurde im Zuge der Zusammenlegung der Schmiedeaktivitäten von Krupp und Klöckner (Schmiedewerke Krupp-Klöckner, SKK) 1984 stillgelegt.
Am 8.8.1986 wurde dann in Leverkusen das letzte Warmband gewalzt und die Strasse VI anschließend nach China verkauft.

Wuppermann, 1980

17/38 Hüttenwerk Rheinhausen AG

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochöfen 9,8,7


Das Hüttenwerk in Rheinhausen verfügte 1959 über 9 Hochöfen wovon  in der Regel 7 in Betrieb waren.
Die Hochöfen 1-3 waren 1898/99 erbaut worden.
Die Öfen 4-7 zwischen 1904 und 1907 und 1911 bis 1913 waren noch die Hochöfen 8 und 9 hinzugekommen.
Zwischen 1908 und 1930 existierte auch noch ein Hochofen 0, sodass in Rheinhausen zeitweilig 10 Hochöfen standen.

Hochöfen 9,8,7,6,4,3,2

Die Hochöfen 1 und 5 wurden 1961 abgerissen.
Die Hochöfen 6, 8 und 7 erweiterte man zwischen 1958 und 1964 auf 7,5; 8,5; und 9,5 m Gestelldurchmesser.
1973 baute Krupp an der Stelle des abgerissenen Hochofen 5 den neuen Hochofen 2a mit Bandbegichtung und 11,5 m Gestelldurchmesser. Die Möllerung wurde im Bereich des alten Hochofens 1 errichtet. Der Hochofen 4 wurde kurz vor Beginn der Bauarbeiten abgerissen und der alte Hochofen 2 nach Inbetriebnahme des neuen Ofens 2a stillgelegt und ebenfalls entfernt.

Hochofen 2a

1975/76 legte Krupp dann die Hochöfen 3 und 6 still.
In dieser Zeit wurde auch der zweite Großhochofen der Ofen 1 (neu) erbaut. Und zwar an Stelle des alten Hochofen 2. 1977 wurde dieses Aggregat mit einem Gestelldurchmesser von 11,5 m und Bandbegichtung in Betrieb genommen.
Der Hochofen 9 wurde dann 1978 stillgelegt und abgebrochen.
Die verbliebenen alten Öfen 7 und 8 standen fortan nur noch in Reserve.
Die Hochöfen 2a und 1 stellte Krupp1984 und 1987 noch einmal neu zu.
Der Ofen 2a wurde dann 1988 und der Ofen 1 im August 1993 stillgelegt.

Das Hüttenwerk in Rheinhausen erzeugte 1959 1.432.229 t Thomas-Roheisen und 215.864 t Stahleisen.
Hochöfen Hüttenwerk Rheinhausen, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 4,5 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,6 m
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 7,0 m
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 6: Gestelldurchmesser 7,5 m
Hochofen 7: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 8: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 9: Gestelldurchmesser 6,5 m

Großraumlichtbogenöfen

1956/57 nahm die Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG die ersten Großraumlichtbogenöfen in Deutschland in Betrieb. Die beiden 120 t Öfen wurden von der DEMAG (Ofen 31) und BBC  (Ofen 32) in einem Anbau des SM-Stahlwerks 2 montiert und waren die größten in Europa.

Ofen 31

Ausschlaggebend für den Entschluß dort keine weiteren SM-Öfen zu bauen waren die geringeren Investitionskosten und die bessere Energieausbeute der Lichtbogenöfen. Außerdem stand auf der Hütte reichlich Hochofengas zur Verstromung zur Verfügung. Restlos überzeugt war man in Rheinhausen wohl nicht von der neuen Technik. Anfang der 1960er Jahre  befand man, daß die Öfen sich, gemessen an der Tatsache, daß es sich um Neukonstruktionen handelte, ” im großen und ganzen recht gut bewährt haben”.
Die E-Öfen in Rheinhausen wurden 1982 nach der Inbetriebnahme des neuen 120 t UHP Lichtbogenofens in Bochum stillgelegt.

9/38. Niederrheinische Hütte AG.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochofen 1

Die Roheisenerzeugung der Niederrheinische Hütte AG wurde zwischen 1955 und 1959 durch den Neubau  der Hochöfen 1 und 3 modernisiert. Der noch von 1937 stammende Ofen 2 konnte im April 1959 stillgelegt werden.
Der Hochofen 3 war mit einem Gestelldurchmesser von 5,5 m, einem Volumen von 725 m³ und einer Profilhöhe (Gestellboden-Gasfang) von 22,75 m der größte Hochofen der NH.
Der Hochofen 1 der NH wurde im August 1965 heruntergefahren und der Ofen 3 als letzter am 23.9.1966 stillgelegt.

Die Niederrheinische Hütte AG  erzeugte 1959 305.365 t Stahleisen.
Hochöfen Niederrheinische Hütte AG 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,0 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,0 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 5,5 m.

Stadtarchiv Duisburg

The largest Thomas converters worldwide


were shut down 50 years ago on 31 July 1969 at the Duisburg-Ruhrort plant of August Thyssen Hütte AG.
The three 75 t converters had been installed by DEMAG in 1959.
The converters 4 and 5 were already installed as LD converters in 1962/1966.
140 years ago the first German Thomas steel ever was produced by Rheinische Stahlwerke AG on the same site.

4/38. Phoenix-Rheinrohr AG, Werk Ruhrort.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochöfen 7&8

Sieben Hochöfen in zwei Gruppen waren 1959 in Ruhrort noch vorhanden.
Die Gruppe 1, der ehem. Hochofenbetrieb des Phoenix, stammte noch aus der Zeit von vor 1926. Diese Öfen wurden Ende der 1960er Jahre stillgelegt und abgerissen.
Bei den Hochöfen der Gruppe 2 handelte es sich um die Öfen der ehem. Rheinischen Stahlwerke.
Der Hochofen 6 wurde 10 Jahre später durch einen Neubau ersetzt und war mit einem Gestelldurchmesser von 11,00 m zeitweise der größte in Europa. Am 9. November 1993 wurde die Roheisenerzeugung in Ruhrort beendet.

Hochöfen Phoenix-Rheinrohr, Werk Ruhrort 1959.

Gruppe 1
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,5 m.
Hochofen 2: Abgerissen.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 5,5 m.

Gruppe 2
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 5,5 m.
Hochofen 6: Gestelldurchmesser 5,0 m.
Hochofen 7: Gestelldurchmesser 7,5 m.
Hochofen 8: Gestelldurchmesser 7,7 m.
Hochofen 9: Gestelldurchmesser 5,5 m.

1970