Th. Wuppermann GmbH

Wuppermann Strangussanlage, Rheinhausen


1973 war die 1872 gegründete Th. Wuppermann GmbH der größte Walzstahlerzeuger in Deutschland ohne eigene Stahlbasis. Daher plante man am Stammsitz in Leverkusen-Schlebusch ein eigenes Elektrostahlwerk zu bauen.
Trotz einer fast abgeschlossenen Planung entschied sich Wuppermann dann aber zum Bau einer Brammenstrangussanlage auf dem Werksgelände der Krupp Stahl AG in Rheinhausen.
Diese wurde innerhalb von 16 Monaten von der Wuppermann Strangussanlagen GmbH fertig gestellt und mit Personal von Krupp betrieben.
Bis zu 40.000 t flüssiger Rohstahl im Monat (15% der Erzeugung in Rheinhausen) wurden ab 1975 vom neuen LD-Stahlwerk II geliefert.
Die bis zu 740 mm breiten und 150 mm dicken Brammen gingen per Bahn an das Kernaggregat der Firma Wuppermann in Leverkusen, die Mittelbandstrasse VI.
Diese war 1955 in Betrieb genommen worden und wurde 1981 durch den Bau einer Coilbox und eines neues Vorgerüsts modernisiert.

Walzstrasse VI

Zwischen 1983 und 1985 erwarb Krupp sämtliche Geschäftsanteile an Wuppermann und begann die Warmbandherstellung von Leverkusen zur Warmbreitbandstrasse in Bochum zu verlagern.
Die Wuppermann Freiformschmiede wurde im Zuge der Zusammenlegung der Schmiedeaktivitäten von Krupp und Klöckner (Schmiedewerke Krupp-Klöckner, SKK) 1984 stillgelegt.
Am 8.8.1986 wurde dann in Leverkusen das letzte Warmband gewalzt und die Strasse VI anschließend nach China verkauft.

Wuppermann, 1980

17/38 Hüttenwerk Rheinhausen AG

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochöfen 9,8,7


Das Hüttenwerk in Rheinhausen verfügte 1959 über 9 Hochöfen wovon  in der Regel 7 in Betrieb waren.
Die Hochöfen 1-3 waren 1898/99 erbaut worden.
Die Öfen 4-7 zwischen 1904 und 1907 und 1911 bis 1913 waren noch die Hochöfen 8 und 9 hinzugekommen.
Zwischen 1908 und 1930 existierte auch noch ein Hochofen 0, sodass in Rheinhausen zeitweilig 10 Hochöfen standen.

Hochöfen 9,8,7,6,4,3,2

Die Hochöfen 1 und 5 wurden 1961 abgerissen.
Die Hochöfen 6, 8 und 7 erweiterte man zwischen 1958 und 1964 auf 7,5; 8,5; und 9,5 m Gestelldurchmesser.
1973 baute Krupp an der Stelle des abgerissenen Hochofen 5 den neuen Hochofen 2a mit Bandbegichtung und 11,5 m Gestelldurchmesser. Die Möllerung wurde im Bereich des alten Hochofens 1 errichtet. Der Hochofen 4 wurde kurz vor Beginn der Bauarbeiten abgerissen und der alte Hochofen 2 nach Inbetriebnahme des neuen Ofens 2a stillgelegt und ebenfalls entfernt.

Hochofen 2a

1975/76 legte Krupp dann die Hochöfen 3 und 6 still.
In dieser Zeit wurde auch der zweite Großhochofen der Ofen 1 (neu) erbaut. Und zwar an Stelle des alten Hochofen 2. 1977 wurde dieses Aggregat mit einem Gestelldurchmesser von 11,5 m und Bandbegichtung in Betrieb genommen.
Der Hochofen 9 wurde dann 1978 stillgelegt und abgebrochen.
Die verbliebenen alten Öfen 7 und 8 standen fortan nur noch in Reserve.
Die Hochöfen 2a und 1 stellte Krupp1984 und 1987 noch einmal neu zu.
Der Ofen 2a wurde dann 1988 und der Ofen 1 im August 1993 stillgelegt.

Das Hüttenwerk in Rheinhausen erzeugte 1959 1.432.229 t Thomas-Roheisen und 215.864 t Stahleisen.
Hochöfen Hüttenwerk Rheinhausen, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 4,5 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,6 m
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 7,0 m
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 6: Gestelldurchmesser 7,5 m
Hochofen 7: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 8: Gestelldurchmesser 6,5 m
Hochofen 9: Gestelldurchmesser 6,5 m

16/38 Metallhüttenwerke Lübeck AG

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochöfen 1-3

Die Hütte in Lübeck-Herrenwyk verarbeitete seit 1907 Eisenerze und Schwefelkiesabbrände zu Kupfer und Roheisen.
1959 waren zwei Hochöfen in Betrieb. Der Hochofen 2 wurde in diesem Jahr neu zugestellt und im April 1960 mit einem Gestelldurchmesser von 5,00 m wieder angeblasen. Der Hochofen 3 war schon 1952 auf 4,5 m erweitert worden.
Der kleinste Hochofen, der Ofen 1 wurde Mitte der 1960er Jahre erneuert.
1971 erfolgte dann die Einstellung der Kupferproduktion in Lübeck. Vier Jahre später wurde die seit 1937 zum Flick-Konzern gehörende Hütte an US-Steel aus Pittsburgh verkauft. 1981 wurden die Hochöfen stillgelegt und die Hütte ging ohne Sozialplan in Konkurs. Die Kokerei in Herrenwyk lief dann noch bis 1990 weiter.
Das Hüttenwerk in Lübeck erzeugte 1959 210.784 t Hämatit- und Spezialroheisen für Gießereien.
Mit Inbetriebnahme des 3 Hochofens in 1960 lag die Kapazität wieder bei 300.000 t/J.
Hochöfen Metallhüttenwerke Lübeck, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 4,0 m
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,0 m (im Bau)
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 4,5 m

15/38 Klöcknerwerke, Hütte Bremen

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochofen 4


Die Klöckner Hüttenwerke betrieben ab April 1959 einen Hochofen in ihrem neuen Hüttenwerk in Bremen. Da ursprünglich bis zu acht Öfen in Reihe geplant waren fing man in der Mitte gleich mit dem Hochofen 4 an.
1966 und 1973 kamen noch die deutlich größeren Hochöfen 2 und 3 hinzu. Der Hochofen 4 wurde 1971 auf 8 Meter Gestelldurchmesser erweitert und im März 1979 stillgelegt und abgerissen.
Der Hochofen 4 erzeugte circa 24.000 t Roheisen im Monat.
Hochöfen Klöckner, Bremen, 1959.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 6,5 m

14/38. Birlenbacher Hütte, Schleifenbaum

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Die 1453 gegründete Birlenbacher Hütte in Geisweid, heute Siegen, stellte 1959 in zwei kleinen Hochöfen kalterblasenes Spezialroheisen her. Dabei wurde der Hochofenwind auf nur circa 300-400° vorerhitzt. In einem nachgeschalteten E-Ofen konnte das Roheisen dann im Duplexbetrieb weiter veredelt werden. Das Eisen ging dann in der Regel an Gießereien.
1971 wurde die Hütte als einer der letzten Kleinbetriebe seiner Art in Deutschland stillgelegt.
Die Birlenbacher Hütte erzeugte 1959 33.741 t Roheisen.
Hochöfen Birlenbacher Hütte, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 1,92 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 1,92 m.

ESW in Eschweiler closed down.

Yesterday the last seamless tubes were rolled at ESW in Eschweiler. This marks the end of the history of the former EBV-Hüttenbetriebe, the now largely forgotten steel subsidiary of Eschweiler Bergwerksverein.

Piercing stand

The plant in Eschweiler, Germany was founded in 1914 by the Eschweiler-Ratinger Maschinenbauaktiengesellschaft (ERMAG). In 1917 an open hearth shop was added to ensure the steel supply.
In 1924 the plant was taken over by the Eschweiler Bergwerksverein, a mining company mostly owned by ARBED from Luxemburg.
Pig iron was now supplied by the nearby EBV blast furnaces (Concordiahütte). In 1957 a new 30 t electric arc melt shop was built on ground of the now dismantled blast furnace site which had been closed down in 1941.
Two pilger rolling mills were commissioned in 1953 and 1961.
Since, due to the unfavourable transport situation, it did not make sense to produce mass-produced steels in competition with the Ruhr area, EBV-Hüttenbetriebe now specialised in the production of high-quality steels.
In 1965 a continuous caster and a second EAF where added. A new innovative planetary tube rolling mill (PSW) gradually replaced the outdated pilger rolling mills in 1976.
In 1984 the site was sold to the Maxhütte steel company from Bavaria.The EAF melt shop was closed in 1986 and one year later the Maxhütte went bancrupt. In order to save the new tube rolling mill the former plant manager, among others, took the mill over in 1987.

ESW-Röhrenwerke produced seamless steel tubes for the oil and gas industry,  boilers and engineering.
The last owner, Danieli from Italy, took over in 2016.
Further images.

Großraumlichtbogenöfen

1956/57 nahm die Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG die ersten Großraumlichtbogenöfen in Deutschland in Betrieb. Die beiden 120 t Öfen wurden von der DEMAG (Ofen 31) und BBC  (Ofen 32) in einem Anbau des SM-Stahlwerks 2 montiert und waren die größten in Europa.

Ofen 31

Ausschlaggebend für den Entschluß dort keine weiteren SM-Öfen zu bauen waren die geringeren Investitionskosten und die bessere Energieausbeute der Lichtbogenöfen. Außerdem stand auf der Hütte reichlich Hochofengas zur Verstromung zur Verfügung. Restlos überzeugt war man in Rheinhausen wohl nicht von der neuen Technik. Anfang der 1960er Jahre  befand man, daß die Öfen sich, gemessen an der Tatsache, daß es sich um Neukonstruktionen handelte, ” im großen und ganzen recht gut bewährt haben”.
Die E-Öfen in Rheinhausen wurden 1982 nach der Inbetriebnahme des neuen 120 t UHP Lichtbogenofens in Bochum stillgelegt.

13/38. Röchling’sche Eisen- und Stahlwerke.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Die Röchling’schen Eisen- und Stahlwerke verfügten 1959 im Werk Völklingen über 6 Hochöfen.
Die Hochöfen wurden über eine gemeinsame Hängebahn beschickt und produzierten im wesentlichen Thomas-Roheisen aus lothringischer Minette.
Alle Öfen wurden zwischen 1974 und 1981 auf 7,3 m Gestelldurchmesser erweitert und zwischen Dezember 1984 und Juli 1986 stillgelegt.
Die Roheisenerzeugung wurde danach durch die 1981 gegründete Roheisengesellschaft Saar (ROGESA) in Dillingen übernommen.
Die Hochöfen sind weitgehend komplett museal erhalten und seit 1994 Unesco-Welterbe.

Die Völklinger Hütte erzeugte 1959 1.1 Mio. t Roheisen.
Hochöfen Röchling’sche Eisen- und Stahlwerke, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,8 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,8 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 5,6 m.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 6,5 m.
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 5,8 m.
Hochofen 6: Gestelldurchmesser 5,8 m.