12/38. Hoesch-Westfalenhütte.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochöfen 7 & 6

Die Hoesch AG verfügte 1959 im Werk Westfalenhütte in Dortmund über 6 Hochöfen.
Die Hochöfen 4 (1235 m³) und 6 (1359 m³) waren 1957 und 1954 neu zugestellt worden und gehörten zu den größten in Europa. Der Ofen 6 wurde 1976 stillgelegt.
Der 1941 erbaute Hochofen 7 war einer der wenigen freitragenden in Deutschland (Brassertofen) er wurde 1961 umgebaut und auf einen Gestelldurchmesser von 7,5 m erweitert.

Hochöfen 4-1

Die Öfen 4 und 7 wurden in den 1980er Jahren auf 9,7 m bzw. 10,00 m Gestelldurchmesser ausgebaut und beendeten 1999/2001 mit ihrer Stilllegung die Roheisenproduktion in Dortmund.

 

 

 

 

Die Westfalenhütte erzeugte 1959 1.092.791 t Thomas-Roheisen und 305.080 t Stahleisen.
Hochöfen Hoesch-Westfalenhütte, 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 6,5 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 6,5 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 5,5 m.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 8,0 m.
Hochofen 6: Gestelldurchmesser 8,0 m.
Hochofen 7: Gestelldurchmesser 6,85 m.

Karte: Dortmund-Hörder Hüttenunion, Werk Dortmund, 1957.

DHHU

2,6 Mio. t Rohstahl produzierte die Dortmund-Hörder Hüttenunion 1957 und war damit noch vor Phoenix Rheinrohr und ATH der größte Stahlproduzent Deutschlands. Knapp die Hälfte der Menge (1,2 Mio. t) wurde in zwei Stahlwerken im Werk Dortmund erzeugt.1957 war allerdings auch das Jahr der letzen großen Investition an diesem Standort. Im Mai wurde die neue halbkontinuierliche Mitteleisenstrasse (Walzwerk 2 neu, die grüne Halle hinter der Hauptverwaltung) in Betrieb genommen. Fünf ältere Walzwerke, drei in Dortmund und zwei im Werk Hörde, konnten durch die neue Straße ersetzt werden. Die Profilstahlproduktion wurde nun am Standort Dortmund konzentriert während in Hörde Halbzeug und Grobblech gewalzt wurden.

Trotz der verkehrsgünstigen Lage am Hafen mit eigener Sinteranlage wurde die räumliche Enge am Standort Dortmund zunehmend zum Problem.
In der Schnittfläche zwischen den ehem. Köln-Mindener und Bergisch-Märkischen  Eisenbahnen gelegen mußte das Hochofenwerk auf  kleinstem Raum arbeiten.
Die gleichzeitige Beschickung der Hochöfen über eine Elektrohängebahn, eine Seilbahn und Schrägaufzüge war kompliziert, teuer und in Deutschland vermutlich einmalig. Mit der Entscheidung der DHHU ihr neues Blasstahlwerk (LDAC) in Hörde zu bauen waren auch die Weichen für eine Stilllegung der fünf Dortmunder Hochöfen gestellt.
Ab Juli 1962 wurde nur noch im 3-Ofen Betrieb produziert und am 30.9.1963 ist die Roheisenproduktion im Werk Dortmund endgültig beendet worden. Auch der Betrieb des Thomasstahlwerks machte nun keinen Sinn mehr und es wurde zum 31.10.1963 stillgelegt.
Nach der Fusion mit der Hoesch AG 1966 wurden am Standort Dortmund zwei weitere Profilwalzwerke geschlossen und das Werk firmierte nun unter dem Namen Hoesch Hüttenwerke AG, Werk Union.
In den 1970er Jahren waren dann noch drei Walzwerke und das Siemens-Martin Stahlwerk aktiv (nun SM 1).
Die Mitteleisenstraße aus dem Jahr 1957 und das SM-Stahlwerk wurden 1981 geschlossen.
Ironie der Industriegeschichte war nun, daß von den 14 Walzstrassen die die DHHU Mitte der
1950er Jahre noch in Betrieb hatte nach der Stilllegung der Grobblechproduktion in Hörde 1982 nur zwei der ältesten überlebt  hatten. Die Blockstrasse und das Walzwerk 1 (schwere Profilstrasse) im Werk Union.

Am  17.12.2015 wurden auch sie stillgelegt.

Dank an das thyssenkrupp Konzernarchiv und das Stadtarchiv Dortmund für die Unterstützung bei der Erstellung dieser Karte.

 

 

DHHU 15000 t forging press.


At the end of the 2nd World War, the two largest forging presses in the world were located in the Ruhr area in Germany.
One, a 15000 ton 3-cylinder steam press, was located at Krupp in Essen and had also been built there in 1928.
The other was a 15000 ton 2-cylinder compressed air press built by Kreuser-Wagner in Dortmund.
This press was installed in 1932 at Dortmund-Hörder Hüttenunion.
The Krupp press went as reparation to Yugoslavia where it was later scrapped.
The DHHU press was dismantled in 1951 and sent to England where it was never rebuilt either.

With the help of an ancient plan I was able to locate the exact position of this press on the former Union site by now.

Die Halle der kontinuierlichen Halbzeugstrasse

Halbzeugstrasse Hoesch
ist das letzte große Relikt der Warmphase der Westfalenhütte in Dortmund. Sie wurde im März 1955 in Betrieb genommen.
Die von der DEMAG in Duisburg montierte Anlage walzte in einer Hitze von der Blockstrasse kommendes Material zu Halbzeug für die Fertig- und Feinstrassen aus.
12 Gerüste waren in zwei Staffeln (A & B) angeordnet.Halbzeugstrasse Hoesch
Zusammen mit der nördlich benachbarten Blockstrasse wurde das Walzwerk 1983 stillgelegt. Der Abriss ist geplant.

 

Europe’s Largest Ringmill

revisited.

The Rothe Erde GmbH was founded in 1855 in Dortmund under the name Paulinenhütte. Main product was railroad equipment.In 1861 the Rothe Erde steel company from Aachen purchased the mill an gave it it’s final name. From 1926 on Rothe Erde was part of the Vereinigte Stahlwerke, the second largest steel producer worldwide. After rebuilding the destroyed works in the 1950ies Rothe Erde became part of the Hoesch steel group in 1966 and started to built up a modern ring rolling mill at their Dortmund works.
After the takeover of Hoesch by the Fried.Krupp steel company in 1993 Rothe Erde finally became part of the ThyssenKrupp group in 1999.Nowadays the Dortmund works are one of the largest ring rolling mills in Europe producing rings up to 8 meters.Further processing of rings to bearings or turntables is done in Dortmund and Lippstadt.

Rothe Erde Ringmill