RAG-Kokerei Hassel

Batterien 1&2


Vor 20 Jahren, am 29.9.1999, wurde die RAG-Kokerei in Gelsenkirchen-Hassel stillgelegt.
Die Anlage war der erste Kokereineubau nach dem Krieg in der BRD. 1953 wurden zwei Batterien mit jeweils 55 Koksöfen in Betrieb genommen. Bis 1957 wurden weitere fünf Batterien zu je 30 Öfen gebaut.
Die Anlage hatte damit eine Kapazität von 4500 t Koks (6000 t Kohle) täglich.
Mitte der 1980er Jahre wurde wg. der schwachen Stahlkonjunktur die Batterie 4 mit 30 Öfen stillgesetzt. 1989 stellte man drei Batterien auf die Produktion von Gießereikoks um.
Die Batterien 3,5,6 und 7 wurden dann im Oktober 1993 heruntergefahren.
Seit dem produzierten nur noch die Batterien 1 und 2 mit 110 Öfen Gießereikoks und Ruhrkoks für den Wärmemarkt.
Mit der Schließung der Kokerei Hassel wurde die Produktion von Gießereikoks in Deutschland eingestellt.

Batterien 3-7

Maxhütte OBM steel plant under demolition.

2001

Probably the last chance, after the demolition of the LD steel plant of Henrichshütte in Hattingen, to preserve a converter steel plant in Germany is wasted.
The OBM (Oxygen-Bodenblasen-Maxhütte) melt shop in Sulzbach-Rosenberg, built in 1974, with it’s three bottom blowing 65 t converters and the 1200 t hot metal mixer is under demoltion and will soon be gone:
VIDEO Bayrischer Rundfunk.

5/38. Rheinische Stahlwerke, Eisenwerke Gelsenkirchen.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Schalker Verein,

Hochöfen 4,3,2,1


Das 1872 gegründete Hüttenwerk in Bulmke-Hüllen betrieb 1959 vier Hochöfen und war die größte Eisengiesserei Europas.
Die Hochöfen 1 und 2 waren 1959 und 1958 erbaut worden und waren mit einer modernen Kippkübelbegichtung ausgestattet.
Die markante Koksbandbrücke zwischen den beiden Öfen wurde 1958 errichtet.
Der Ofen 3 war 1959 der letzte aus dem Bestand der Vorkriegszeit und stand noch unter der alten Kübelbegichtungsanlage.
Der Hochofen 4 war 1952 erneuert worden und wurde 1965 zum größten Giessereihochofen in der BRD ausgebaut. Er wurde nach einem Ofendurchbruch am 5.3.1982 als letzer Hochofen zwischen Duisburg und Dortmund stillgelegt und im April 1983 gesprengt.
Die Gelsenkirchener Hochöfen waren 1959 die einzigen in der BRD in denen Ferro-Silizium (Legierung für den Eisenguß) hergestellt wurde.

Der “Schalker Verein” erzeugte 1959 274.644 t Giessereiroheisen, 38.601 t Ferro-Silizium und 7986 t Stahlroheisen.
Hochöfen Eisenwerke Gelsenkirchen 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,5 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,0 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 4,8 m.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 6,0 m.

3/38. Klöckner-Werke AG, Hütte Haspe.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.
Klöckner-Werke, Hasper-Hütte

Hochofen 2


Die Roheisenerzeugung der Hasper Hütte wurde zwischen 1906 und 1914 in Betrieb genommen. Damit war sie, abgesehen von den Hochöfen der Firma Mannesmann in Huckingen, das jüngste Hochofenwerk im Ruhrgebiet.

1959 war die Hütte eine der wenigen in Deutschland bei der alle Öfen mit einer modernen Kippkübelbegichtung (Skip) ausgerüstet waren.
Der Hochofen 2 wurde 1953 im alten Traggerüst erneuert und der Ofen 1 1959 komplett neuerbaut.
Der Ofen 4 wurde 1965 Jahr stillgelegt und dann abgerissen.
Die restlichen Hochöfen produzierten bis zur endgültigen Stilllegung der Flüssigphase in Haspe im Sommer 1972 weiter. Abriss ab 1974.
Die Hasper Hütte erzeugte 1959 699.677 t Thomas-Roheisen.
Hochöfen Klöckner, Hasper-Hütte 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 6,5 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,4 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 5,4 m.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 5,4 m.

Hochofen 1

2/38. Mannesmann Hüttenwerke, Duisburg-Huckingen.

1959 gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch 156 Hochöfen an 38 Standorten. Alle Standorte und alle Hochöfen sollen in dieser Serie im Kurzportrait vorgestellt werden.

Hochofen 5.
Stadtarchiv, Duisburg.

Das Hochofenwerk der Mannesmann Hüttenwerke AG in Huckingen hatte 1959 fünf Öfen, im Bild ist im Hintergrund der Ofen 5 und vorne die Baustelle (Giesshalle) des Hochofens 6 zu sehen der 1962 in Betrieb genommen wurde. Fortan prägte die Kulisse der drei Hochofenpaare von annähernd gleicher Größe für viele Jahre den Duisburger Süden.
Der freistehende (amerikanische) Huckinger Hochofentyp wurde in den 1920er Jahren zusammen mit der GHH in Oberhausen entwickelt und war in Deutschland einmalig.
“Bei der deutschen Hochofenbauart mit viersäuligem Ofengerüst wird der Ofenpanzer vom Gewicht der Übergichtkonstruktionen befreit. Die aus den Übergichtkonstruktionen resultierenden Lasten werden hier von der Gichtbühne und den vier Pfosten des Ofengerüstes auf das Fundament übertragen. Bei der freistehenden Bauart amerikanischer Prägung ergibt sich das relativ geringste Konstruktionsgewicht. Die Anwendung dieser Bauart hat aber zur Voraussetzung, daß der Ofenpanzer nicht durch allzu viele Ausschnitte geschwächt wird. In Amerika ist aufgrund der dort günstigen Erzverhältnisse der Einbau von Schachtkühlkästen meist nicht erforderlich. Bei Wegfall solcher Einbauten kann zugleich auch auf die entsprechenden Kontrollbühnen am Ofenschacht verzichtet werden.” (aus:Technische Berichte, Gutehoffnungshütte Sterkrade AG,Oberhausen,1962).

Die heutigen Großhochöfen A und B der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann GmbH stehen am Platz der alten Öfen 1&2 und 5&6. Die Hochöfen 3&4 wurden in den 1980er Jahren abgerissen.
Das Mannesmann Hüttenwerk erzeugte 1959 893.659 t Thomas-Roheisen und 339.570 t Stahleisen.
Hochöfen Mannesmann 1959.
Hochofen 1: Gestelldurchmesser 5,5 m.
Hochofen 2: Gestelldurchmesser 5,9 m.
Hochofen 3: Gestelldurchmesser 6,1 m.
Hochofen 4: Gestelldurchmesser 6,1 m.
Hochofen 5: Gestelldurchmesser 7,0 m.

Hochöfen 3&4.
Stadtarchiv Duisburg.

Gichtgasturbine

Obwohl das Klöckner Hüttenwerk in Hagen-Haspe mit einer Roheisenerzeugung von 0,7 Mio. t. im Jahr eines der kleineren war (DHHU: 1,8 Mio. t) wurde 1957/58 dort die größte Gichtgasturbine in Deutschland installiert.
Die 800 t schwere 14-MW-Turbine wurde von der schweizerischen BBC geliefert und im März 1958 in Betrieb genommen.
Der Vorteil gegenüber Dampfturbinen lag in der direkten Nutzung des Hochofengases ohne den Umweg der Dampferzeugung im Kesselhaus. Die in den 1950er-Jahren ebenfalls noch gebräuchlichen Gichtgas-Kolbenmaschinen waren deutlich leistungsschwächer und wartungsintensiver als Gasturbinen.
Die Turbine konnte als Generator oder als Hochofengebläse genutzt werden oder auch kombiniert.
Im Bild links hinten die Gasturbine, davor der Generator und ganz vorne das Hochofengebläse.
Rechts im Hintergrund die Luftvorwärmer und die Brennkammer.
Gichtgasturbine Klöckner Hüttenwerk Haspe

Die Halle der kontinuierlichen Halbzeugstrasse

Halbzeugstrasse Hoesch
ist das letzte große Relikt der Warmphase der Westfalenhütte in Dortmund. Sie wurde im März 1955 in Betrieb genommen.
Die von der DEMAG in Duisburg montierte Anlage walzte in einer Hitze von der Blockstrasse kommendes Material zu Halbzeug für die Fertig- und Feinstrassen aus.
12 Gerüste waren in zwei Staffeln (A & B) angeordnet.Halbzeugstrasse Hoesch
Zusammen mit der nördlich benachbarten Blockstrasse wurde das Walzwerk 1983 stillgelegt. Der Abriss ist geplant.