Karte: Klöckner-Werke AG, Hütte Haspe, circa 1965.

 

Karte, Klöckner Hasper Hütte, 1965
Das ehem. Klöckner Hüttenwerk in Hagen-Haspe ist heute fast vollständig verschwunden.
Um die Anlagen im heutigen Kontext auf aktuellen Karten und Luftbildern wieder sichtbar zu machen habe ich im Rahmen meines Projekts “Mapping The European Iron And Steel Industry” begonnen eine detaillierte Karte der Hütte, Stand 1965, zu erstellen.
Die Roheisenerzeugung der Hasper Hütte wurde zwischen 1906 und 1914 in Betrieb genommen. Damit war sie, abgesehen von den Hochöfen der Firma Mannesmann in Huckingen, das jüngste Hochofenwerk im Ruhrgebiet.
Der Hochofen 2 wurde 1953 im alten Traggerüst erneuert und der Ofen 1 1959 komplett neuerbaut. Ansonsten präsentierte sich die Anlage 1965 noch weitgehend in ihrer ursprünglichen Form. Der Ofen 4 wurde im gleichen Jahr stillgelegt und dann abgerissen.
Die restlichen Hochöfen produzierten bis zur endgültigen Stilllegung der Flüssigphase in Haspe im Sommer 1972 weiter. Abriss ab 1974.
Die Fundamente der Öfen und der Möllerung befinden sich überwiegend noch heute im Boden unter der Sport-Freizeitanlage Hagen-Haspe.
Das Thomas-Stahlwerk der Hasper Hütte stammte aus dem Jahr 1927. 1955 waren die Konverter von 24 auf 26 t Abstichgewicht vergrößert worden. Stilllegung 29.7.1972.
Das Siemens-Martin Stahlwerk war 1914 in mit drei Öfen in Betrieb genommen worden. 1918 und 1940 wurden zwei weitere Öfen eingebaut.
Diese fünf Öfen mit Generatorgasbeheizung und einem Abstichgewicht von 50-60t wurden 1960/61 durch drei 85 t Aggregate mit Ölbeheizung ersetzt. Dabei wurde aus dem alten Ofen V der neue Ofen I. Die Ölbrenner liefen mit 2000° C etwa 200° C heißer als die der alten Öfen und verbrauchten rund 3000 t schweres Heizöl im Monat.
Mit der Stilllegung des Blechwalzwerks 1967 war die aufwändige Erzeugung hochwertiger SM-Stähle in Haspe weitgehend überflüssig geworden. Am 4.12.1967 endete die Produktion.
In Ermangelung einer Strangussanlage mußten bei der Hasper Hütte alle aus den Stahlwerken kommenden Blöcke über eine der beiden Vorblockstrassen laufen.
Die Vorblockstrasse 1 befand sich an der Voerderstrasse und wurde aus mit Gichtgas beheizten Stossöfen beschickt. Sie wurde 1967 stillgelegt.
Die Vorblockstrasse 2 lag parallel zur Haenelstrasse. Sie wurde 1962 durch Neubau eines 800er Triogerüsts ertüchtigt um die beiden neuen Feineisen- und Drahtstrassen in Kückelhausen mit Vormaterial zu versorgen. Stilllegung 1972.
Darüber hinaus waren in Haspe bis 1967 noch zwei offene Stabstrassen mit gemeinsamer Konti-Vorstrasse und eine Konti-Knüppelstrasse in Betrieb.
1913 nahm die Hasper Hütte etwa 1,2 km östlich des Stammwerks in Kückelhausen eine Grob- und eine Mittelblechstrasse in Betrieb. 1928 kam ein Feinblechwalzwerk hinzu.
1955 wurde unmittelbar östlich an die Blechwalzwerke angrenzend eine 23-gerüstige kontinuierliche Feineisenstrasse in Betrieb genommen und 1956 durch eine nachgeschaltete 16-gerüstige Drahtstrasse erweitert.
1961 wurden die in Konkurrenz zu modernen Warmbreitbandstrassen nicht mehr wettbewerbsfähigen Mittel- und Feinblechstrassen stillgelegt. In die freigewordenen Hallen wurde 1961/62 eine 24-gerüstige moderne kontinuierliche Drahtstrasse eingebaut.
1967 Schließung des Grobblechwalzwerks.
Ab 1972, nach der Schließung der Metallurgie in Haspe, bezogen die Walzwerke in Kückelhausen  ihr Vormaterial von anderen Herstellern, z.T. auch aus dem Ausland.
Diese ungünstige Vormaterialversorgung führte im April 1979 zur Stilllegung der Feineisen- und Drahtstrasse und am 22.12.1982 nach Schließung der kont. Drahtstrasse zur endgültigen   Aufgabe der Produktion in Hagen-Haspe.
Neben den Normalspurgleisen betrieb die Werksbahn der Hasper Hütte bis 1972 auch ein 900 mm Schmalspurnetz. Über dieses wurde bis 1965 auch Schlacke zur 4 km entfernten Halde in Volmarstein transportiert.
In Kückelhausen waren auch zwei Hakenbahnen zum Transport von Drahtbunden zur Adjustage und in die Verladung in Betrieb.
Die Gasversorgung des Thomasstahlwerks (Pfannenfeuer) und der Walzwerke in Haspe erfolgte vom 10000 m³ Gichtgasbehälter hinter den Hochöfen aus. 1937 wurde eine 1100 mm Gichtgasleitung in den Werksteil Kückelhausen zur Versorgung der dortigen Walzwerke gebaut.

Dank an das Stadtarchiv in Hagen und das Westfälische Wirtschaftsarchiv in Dortmund für die Unterstützung bei der Erstellung dieser Karte.

Karte der Ruhrgebietsindustrie


Anfang der 1950er-Jahre war das Ruhrgebiet noch jenes einzigartige Labyrinth aus Werksanlagen der Schwerindustrie, Eisenbahntrassen, Kanälen und zersiedelten Großstädten, das der amerikanische Journalist Max Ascoli 1949 unter der Überschrift “Industrial Jungle: the Ruhr” beschrieben hatte. Die kürzlich vom Regionalverband Ruhr veröffentlichten historischen Luftbilder des Ruhrgebiets erlauben nun einen faszinierenden Rückblick auf diese Landschaft.
Als Ergänzung zu den Luftbildern aus dem Jahr 1952 ist diese Karte entstanden.
Sie zeigt die wichtigsten Industriebetriebe  der Region in dieser Zeit gegliedert nach Branchen.

Hoesch Westfalenhütte Ca.1973 (In German)

Hoesch Westfalenhütte

1: Hochofen IV. 1972-1999.
2: Hochofen VI. 1965-1976
3: Hochofen VII(alt) 1962-1976
4: Roheisenmischer
5: SM-Stahlwerk 2. 1912-1980
6: SM-Stahlwerk 3. 1956-1982
7: Thomasstahlwerk. 1928-1967
8: Elektrostahlwerk. 1955-1985
9: Blockwalzwerk. 1900-1983
10: Fertigstrasse (Schwere Profile). 1900-1968
11: Walzwerk III (Halbzeug). 1888-1966
12: Walzwerke IV/V. -1966
13: Kontinuierliche Halbzeugstrasse. 1955-1983
14: Walzwerk VIII. (Feinstahl). -1957
15: Feineisenstrasse. 1957-1983
16: Warmbreitbandstrasse. 1958-2001
17: Kaltwalzwerk
18: Drahtverfeinerung
19: Schwellenschweisserei
20: Lehrwerkstatt
21: Feuerfest- Steinfabrik
22: Gaszentrale
23: Sauerstoffanlage
24: Walzendreherei
25: Sinterbänder 1/2
26: Sinterband 3. 1961-
27: Zementfabrik
28: Lok-Werkstatt

Some images at Stahlseite.de .

Huta Katowice

Huta Katowice

The steel mill in Dabrowa Gornica, Poland was built in between 1972 and 1976. It was named “Huta Katowice” after the nearby industrial town.
Three blast furnaces were built in between 1976 and 1987 (hearth diameter 12,00 m).
The mill was taken over by the Mittal Steel Corp. in 2003 and got it’s new name ArcelorMittal Dabrowa Gornica in 2007.
Besides the three blast furnaces (No. 1 is permanently idleld) the mill operates a BOF shop containing three BOF vessels, two continuous casters (one for billets and one for slabs) and two rolling mills (Heavy and medium sections).
Dabrowa Gornica provides primary material for all ArcelorMittal sites in Poland.
The attached coke plant was sold to an external company.
Further images at stahlseite.de .

ArcelorMittal Dabrowa Gornica Map

1: Blast furnace No. 1
2: Blast furnace No. 2
3: Blast furnace No. 3
4: BOF shop
5: Continuous caster
6: Heavy sections rolling mill
7: Medium sections rolling mill
8: Power plant

A BOF Shop For Gelsenkirchen

50 years ago the Rheinstahl AG from Essen, Germany finally cancelled it’s plans to built a BOF shop, a continuous caster and a bar rolling mill at it’s foundry site in Gelsenkirchen.
The Schalker Gruben- und Hüttenverein was founded in 1872 and became Europe’s largest iron foundry after the second world war, employing more than 6000 people. The plans provided an investment of more than 300 Mio.German Marks and an initial capacity of 600.000 tons of steel per year. Though the ground (north of the foundry no.3, next to the Wannerstrasse) was already prepared the whole project was called off due to growing overcapacities on the steel market. So the Schalker Verein stayed an iron foundry with four blast furnaces, a pipe casting mill, two fittings-foundries and a foundry for large castings up to 40 tons a piece

The image shows the melt shop of the pipe casting mill where ductile iron pipes with a diameter up to 1,4 meter were casted. The shop included a 160 ton hot metal mixer and five 13 ton induction furnaces and was built in 1966. The hot metal was provided by the Schalker Verein blast furnaces and later came from Thyssen’s Duisburg Meiderich site (today: Landschaftspark Nord).

Schleudergussmaschine

The foundry was sold to Thyssen in 1973.The last blast furnace was closed in 1982. The three remaining blast furnaces were demolished in-between April and September of 1983.
The last pipe was casted in 2004 (meanwhile the mill was sold to the French Pont a Mousson/Saint Gobain company). Most of  the ground is a redevelopment site by now.
Some historic images at Daniel Hinze’s site.

 

 

 

1: Blast furnace no.1 (Hochofen 1)
2: Blast furnace no.2 (Hochofen 2)
3: Blast furnace no.4 (Hochofen 4)
4: Storage with highline (Möllerbunker)
5: Power station (Kraftzentrale)
6: Sinter plant (Sinteranlage)
7: Pipe foundry (Rohrgiesserei)
8: Fittings foundry no.1 ( Formstückgiesserei 1)
9: Foundry for large castings (Grossgusswerk)

700 Ton Open Hearth Furnace

Krivoy Rog Open Hearth

The steel mill in Kryvyi Rih (Russ. Krivoy Rog) was founded in 1931 on the rich iron or deposits of the Ukrainian Kryvbas basin.
In 1934 the mill was ready to produce hot metal out of one blast furnace. By 1939 three blast furnaces a coke plant and a Bessemer shop were  in operation. In the second world war the Kryvyi Rih Metallurgical Works were dismantled by the Soviets and the remains destroyed by the German army.
In 1949 blast furnace No.1 was blown on. By 1960 four rolling mills and a 600 ton open hearth furnace were installed.
Blast furnace No.7 was built in 1962, No. 8 and No. 9 (one of the largest worldwide) followed in 1970 and 1974.
In 1996 the Kryvyi Rih State Mining and Metallurgical Combine (Krivorizhstal) brought together the metallurgical and the mining activities in the Kryvbas basin.
In 2004 the mill was privatized for the first time to an Ukrainian syndicate.
This was canceled one year later and the second privatisation found the Mittal Steel company as a new owner.
Since 2007 Krivorizhstal is part of the worlds largest steel company ArcelorMittal.
Today ArcelorMittal Kryvyi Rih employs 35000 people main products are billets, bars, rod and wire.
Further viewing.

Map Kryvyi Rih Steel Plant

1:   Light-section mill 250-2
2:   Rod mill 150-1
3:   Light-section mill 250-1
4:   Light-section mill 250-3
5:   Light-section mill 250-4
6:   Light-section mill 250-5
7:   Rod mill 250-3
8:   Blooming mill No.1
9:   Soaking pits
10: Blooming mill No.2
11: Soaking Pits
12. Light-section mill 250-6
13: Wire mill
14: Forge shop
15: Oxygen plant
16: BOF shop (6×160 ton)
17: Open hearth shop (1×550 ton, 1×700 ton)
18: Power station
19: Blast furnace No.8
20: Blast furnace No.7
21: Blast furnace No.6
22: Blast furnace No.5
23: Blast furnace No.1
24: Blast furnace No.9
25: Coke plant (6 batteries)