Société Métallurgique Hainaut-Sambre


In den 1960er-Jahren war Hainaut-Sambre (HS) der drittgrößte Stahlproduzent Belgiens und der mit Abstand größte im Becken von Charleroi.

Stahlproduktion Belgien 1964

Ein Unternehmen, dass im Dez. 1964 in seinen beiden Werken in Montignies und Couillet 7945 Menschen beschäftigte.
Bis auf einige Baulichkeiten, und wenige Publikationen, ein kleines Buch von 1959 und eine Werksbroschüre aus den 1960ern, erinnert heute fast nichts mehr an diesen Konzern.
Daher habe ich div. Archive besucht um zumindest eine Karte der Werksanlagen Stand 1964 anzufertigen.
Die Société Métallurgique Hainaut-Sambre ist 1955 durch Fusion der beiden Stahlerzeuger S.A. des Usines Métallurgiques du Hainaut in Couillet und Société métallurgique de Sambre et Moselle in Montignies entstanden. Letzterer hatte bereits 1921 das benachbarte Hüttenwerk in Châtelineau übernommen und nach Stilllegung der

Montignies und Châtelineau

Hochöfen und des Stahlwerks dort div. Walzwerke errichtet.
Obwohl die beiden Hüttenwerke sich beidseitig der Sambre praktisch gegenüber lagen kam es erst 1967 durch den Bau einer Brücke zu nennenswerten Synergieeffekten durch die Fusion.
Allerdings hatten die beiden Werke ein ähnliches Produktionsprogramm.
Wie die Stahlindustrie der gesamten Region war man auf Langprodukte (Stäbe, Drähte, Schienen usw.) aus Thomasstählen spezialisiert.
1959 wurde ein Neubauprogramm beschlossen um die veralteten Anlagen mit 1,5 Mrd. Franc zu modernisieren.

Couillet

In Châtelineau wurde eine neue kombinierte 350er Stabstahl- und Drahtstrasse errichtet, in Montignies eine 840er Halbzeugstrasse und in Couillet baute die Firma Schloemann aus Düsseldorf eine halbkontinuierliche 550er Profil u. Trägerstrasse.
Die größte Einzelinvestition war allerdings der Bau einer Erzaufbereitung mit Erzbrech- und Siebanlage und Sinteranlage in Couillet.
1963 kam noch eine neue Block-Brammenstrasse in Montignies hinzu und der sechste Konverter im dortigen Thomaswerk wurde auf das neue LD-AC-Verfahren umgebaut um die phosphorreichen Erze die die belgischen Stahlerzeuger traditionell aus Luxemburg und Lothringen bezogen im Sauerstoffaufblasbetrieb verarbeiten zu können.
Um in Zukunft größere Mengen hochwertiger Stähle mit dem LD-AC-Verfahren herstellen zu können, der umgebaute Konverter hatte nur ein Abstichgewicht von 25 t, beschloss HS 1964 den Bau eines neuen Blasstahlwerks. Dazu wurden ab März 1965 am linken Ufer der Sambre 2,7 Mio. m³ Haldenmaterial abgetragen.

350er Strasse Châtelineau

Die neue “Aciérie de la Rive Gauche” konnte dann im Dezember 1969 mit zwei 150 t LD-AC-Konvertern und einem 2000 t Roheisenmischer (ein zweiter wurde 1970 eingebaut)  in Betrieb genommen werden.
Roheisen wurde mit 60 t Pfannen zunächst überwiegend von den Hochöfen in Montignies angeliefert.

Aciérie de la Rive Gauche, 1968

Schon im September 1969 war, zunächst einschichtig, die Produktion auf der neuen vollkontinuierlichen 380er Strasse für Stabstahl und leichte Profile angelaufen.
Dazu war in Montignies zwischen der S.N.C.B. Bahnlinie und der Sambre ein 670 Meter langer Hallenkomplex errichtet worden.
HS beschäftigte nun 8075 Personen und produzierte 1,8 Mio. t Stahl pro Jahr (1970).
Im April 1971 konnte das Thomas-Stahlwerk in Montignies außer Betrieb genommen werden und nach Installation eines dritten Konverters im LD-AC-Stahlwerk endete mit der  Stilllegung des Stahlwerks in Couillet im Mai 1972 die Produktion von Thomasstahl bei HS.
1972 wurde die Sinteranlage in Coulliet um ein zweites 175 m²-Band erweitert und die Kokerei in Montignies stillgelegt. Koks wurde fortan nur noch von den Kokereien Marly bei Brüssel und Tertre in der Borinage bezogen. An beiden war HS beteiligt.
Mit dem Neubau des Hochofen 3 und der Erweiterung seines Gestelldurchmessers auf 8 Meter wurden 1974 die Weichen für die lange geplante Konzentration der Roheisenproduktion am Standort Montignies gestellt. Der neue Hochofen 3 wurde dann im Mai 1975 angeblasen..
Die vier veralteten, noch mit Senkrechtaufzügen und Setzkübeln begichteten, Hochöfen in Couillet konnten 1975 (1&4) und 1976 (2&5) außer Betrieb genommen werden.
Im Dezember 1973 hatte HS den Bau einer Warmbreitbandstrasse in Châtelineau, 2,5 Km von Montignies entfernt, angekündigt.

Carlam, 1976

Es handelte sich um ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Konzern Châtillon-Commentry-Biache unter dem Namen Société Carolorégienne de Laminage (Carlam) an dem HS 80 % Anteile hielt.
1974 wurde mit dem Bau begonnen und im Oktober 1976 nahm die Breitbandstrasse mit zunächst 5 Fertiggerüsten den Betrieb auf.
Ab Januar 1977 konnte sie von der neuen zweisträngigen Brammenstranggussanlage in Montignies mit Vormaterial versorgt werden.
Damit hatte sich HS Zugang zum lukrativen und zukunftsträchtigen Markt für Flachprodukte verschafft.
Allerdings zu einem hohen Preis und in Zeiten einer beginnenden weltweiten Stahlkrise in deren Folge es auch bei HS zu umfangreichen Stilllegungen kam:
1975 wurde die 250er Strasse in Montignies aufgegeben.
Bis 1977 wurden die 300er und die 350er Strassen in Châtelineau stillgelegt, an diesem Standort blieb nur die Adjustage erhalten.
1978 kam das Ende für die Giesserei  in Couillet und 1979 wurde der Hochofen 5 in Montignies ausgeblasen.

Hochöfen Montignies,1979. Archives Ville de Charleroi – photothèque

Die vollkontinuierliche 380er Strasse in Montignies wurde nach nur 11 Jahren Betriebsdauer im März 1980 stillgesetzt.
Im gleichen Jahr fusionierte HS mit den Ortsrivalen Thy-Marcinelle et Monceau und Forges de la Providence (welche 1979 zusammengekommen waren).
1981 wurde diese Gruppe durch Cockerill aus Lüttich übernommen und firmierte fortan unter dem Namen Cockerill-Sambre.
Das Stammwerk von HS überlebte diese Übernahme nur für wenige Jahre.
Bis 1982 endete mit der Stilllegung der Blockstrasse, der 750er Strassen und der 550er Strasse die Warmfertigung in Couillet.
Im Januar 1984 wurde der Hochofen 4 stillgelegt und Ende 1985 die verbliebenen Öfen 2&3 sowie das Stahlwerk mit Stranggussanlage. Die Produktion wurde an die verkehrsgünstigeren Standorte in Marcinelle und Marchienne verlagert.
In Montignies und Couillet erinnert heute nur noch wenig an das Hüttenwerk. Die beiden Verwaltungen sind noch vorhanden, Teile der Werkstätten in Couillet und die leeren Hallen der 380er Strasse an der Sambre ebenfalls. In Châtelineau verschwinden gerade die letzten Spuren der Walzwerkshallen.
Carlam heißt inzwischen Aperam und produziert mit eigenem Elektrostahlwerk Edelstahlbleche.

Folgenden Archiven möchte ich für ihre freundliche Unterstützung danken:
Archives de l’État à Mons
Archives Le Bois du Cazier
Archives Ville de Charleroi
SMS Group Unternehmensarchiv

 

Karte der Ruhrgebietsindustrie


Anfang der 1950er-Jahre war das Ruhrgebiet noch jenes einzigartige Labyrinth aus Werksanlagen der Schwerindustrie, Eisenbahntrassen, Kanälen und zersiedelten Großstädten, das der amerikanische Journalist Max Ascoli 1949 unter der Überschrift “Industrial Jungle: the Ruhr” beschrieben hatte. Die kürzlich vom Regionalverband Ruhr veröffentlichten historischen Luftbilder des Ruhrgebiets erlauben nun einen faszinierenden Rückblick auf diese Landschaft.
Als Ergänzung zu den Luftbildern aus dem Jahr 1952 ist diese Karte entstanden.
Sie zeigt die wichtigsten Industriebetriebe  der Region in dieser Zeit gegliedert nach Branchen.

Hoesch Westfalenhütte Ca.1973 (In German)

Hoesch Westfalenhütte

1: Hochofen IV. 1972-1999.
2: Hochofen VI. 1965-1976
3: Hochofen VII(alt) 1962-1976
4: Roheisenmischer
5: SM-Stahlwerk 2. 1912-1980
6: SM-Stahlwerk 3. 1956-1982
7: Thomasstahlwerk. 1928-1967
8: Elektrostahlwerk. 1955-1985
9: Blockwalzwerk. 1900-1983
10: Fertigstrasse (Schwere Profile). 1900-1968
11: Walzwerk III (Halbzeug). 1888-1966
12: Walzwerke IV/V. -1966
13: Kontinuierliche Halbzeugstrasse. 1955-1983
14: Walzwerk VIII. (Feinstahl). -1957
15: Feineisenstrasse. 1957-1983
16: Warmbreitbandstrasse. 1958-2001
17: Kaltwalzwerk
18: Drahtverfeinerung
19: Schwellenschweisserei
20: Lehrwerkstatt
21: Feuerfest- Steinfabrik
22: Gaszentrale
23: Sauerstoffanlage
24: Walzendreherei
25: Sinterbänder 1/2
26: Sinterband 3. 1961-
27: Zementfabrik
28: Lok-Werkstatt

Some images at Stahlseite.de .

Huta Katowice

Huta Katowice

The steel mill in Dabrowa Gornica, Poland was built in between 1972 and 1976. It was named “Huta Katowice” after the nearby industrial town.
Three blast furnaces were built in between 1976 and 1987 (hearth diameter 12,00 m).
The mill was taken over by the Mittal Steel Corp. in 2003 and got it’s new name ArcelorMittal Dabrowa Gornica in 2007.
Besides the three blast furnaces (No. 1 is permanently idleld) the mill operates a BOF shop containing three BOF vessels, two continuous casters (one for billets and one for slabs) and two rolling mills (Heavy and medium sections).
Dabrowa Gornica provides primary material for all ArcelorMittal sites in Poland.
The attached coke plant was sold to an external company.
Further images at stahlseite.de .

ArcelorMittal Dabrowa Gornica Map

1: Blast furnace No. 1
2: Blast furnace No. 2
3: Blast furnace No. 3
4: BOF shop
5: Continuous caster
6: Heavy sections rolling mill
7: Medium sections rolling mill
8: Power plant

A BOF Shop For Gelsenkirchen

50 years ago the Rheinstahl AG from Essen, Germany finally cancelled it’s plans to built a BOF shop, a continuous caster and a bar rolling mill at it’s foundry site in Gelsenkirchen.
The Schalker Gruben- und Hüttenverein was founded in 1872 and became Europe’s largest iron foundry after the second world war, employing more than 6000 people. The plans provided an investment of more than 300 Mio.German Marks and an initial capacity of 600.000 tons of steel per year. Though the ground (north of the foundry no.3, next to the Wannerstrasse) was already prepared the whole project was called off due to growing overcapacities on the steel market. So the Schalker Verein stayed an iron foundry with four blast furnaces, a pipe casting mill, two fittings-foundries and a foundry for large castings up to 40 tons a piece

The image shows the melt shop of the pipe casting mill where ductile iron pipes with a diameter up to 1,4 meter were casted. The shop included a 160 ton hot metal mixer and five 13 ton induction furnaces and was built in 1966. The hot metal was provided by the Schalker Verein blast furnaces and later came from Thyssen’s Duisburg Meiderich site (today: Landschaftspark Nord).

Schleudergussmaschine

The foundry was sold to Thyssen in 1973.The last blast furnace was closed in 1982. The three remaining blast furnaces were demolished in-between April and September of 1983.
The last pipe was casted in 2004 (meanwhile the mill was sold to the French Pont a Mousson/Saint Gobain company). Most of  the ground is a redevelopment site by now.
Some historic images at Daniel Hinze’s site.

 

 

 

1: Blast furnace no.1 (Hochofen 1)
2: Blast furnace no.2 (Hochofen 2)
3: Blast furnace no.4 (Hochofen 4)
4: Storage with highline (Möllerbunker)
5: Power station (Kraftzentrale)
6: Sinter plant (Sinteranlage)
7: Pipe foundry (Rohrgiesserei)
8: Fittings foundry no.1 ( Formstückgiesserei 1)
9: Foundry for large castings (Grossgusswerk)

700 Ton Open Hearth Furnace

Krivoy Rog Open Hearth

The steel mill in Kryvyi Rih (Russ. Krivoy Rog) was founded in 1931 on the rich iron or deposits of the Ukrainian Kryvbas basin.
In 1934 the mill was ready to produce hot metal out of one blast furnace. By 1939 three blast furnaces a coke plant and a Bessemer shop were  in operation. In the second world war the Kryvyi Rih Metallurgical Works were dismantled by the Soviets and the remains destroyed by the German army.
In 1949 blast furnace No.1 was blown on. By 1960 four rolling mills and a 600 ton open hearth furnace were installed.
Blast furnace No.7 was built in 1962, No. 8 and No. 9 (one of the largest worldwide) followed in 1970 and 1974.
In 1996 the Kryvyi Rih State Mining and Metallurgical Combine (Krivorizhstal) brought together the metallurgical and the mining activities in the Kryvbas basin.
In 2004 the mill was privatized for the first time to an Ukrainian syndicate.
This was canceled one year later and the second privatisation found the Mittal Steel company as a new owner.
Since 2007 Krivorizhstal is part of the worlds largest steel company ArcelorMittal.
Today ArcelorMittal Kryvyi Rih employs 35000 people main products are billets, bars, rod and wire.
Further viewing.

Map Kryvyi Rih Steel Plant

1:   Light-section mill 250-2
2:   Rod mill 150-1
3:   Light-section mill 250-1
4:   Light-section mill 250-3
5:   Light-section mill 250-4
6:   Light-section mill 250-5
7:   Rod mill 250-3
8:   Blooming mill No.1
9:   Soaking pits
10: Blooming mill No.2
11: Soaking Pits
12. Light-section mill 250-6
13: Wire mill
14: Forge shop
15: Oxygen plant
16: BOF shop (6×160 ton)
17: Open hearth shop (1×550 ton, 1×700 ton)
18: Power station
19: Blast furnace No.8
20: Blast furnace No.7
21: Blast furnace No.6
22: Blast furnace No.5
23: Blast furnace No.1
24: Blast furnace No.9
25: Coke plant (6 batteries)

Dortmunder Union Brückenbau

dortmunder-union-brueckenbau

 

Once one of the largest engineering companies in Europe (later Rheinstahl Union Brückenbau AG) whose steel bridges are still present everywhere in Germany and that built the Assuan dam in Egypt has nearly disappeared by now.
The workshop south of the Dortmund harbor was famous for it’s 276 meter long and 60 meter wide main hall that housed a bridge assembly line.
This famous structure built in 1898 was torn down in 1995.

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